ZENTRUM FÜR AUGUSTINUS-FORSCHUNG

AN DER JULIUS-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT WÜRZBURG

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Fecisti nos ad te, domine, et inquietum est cor nostrum donec requiescat in te.

Confessiones 1,1

Geschaffen hast du uns auf dich hin, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.

Bekenntnisse 1,1

Internationaler und interdisziplinärer Workshop

Soziologische Fragen und Modelle im Kontext der (Augustini-)Epistulae-Thematik

Tagungsbericht von Professor DDr. Christof Müller

  • Teilnehmerinnen und Teinehmer des Epistulae-Workshops 2017 in WürzburgDie Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Epistulae-Workshops. V.l.n.r.: Prof. Dr. Tao Wang, Dr. Andreas E.J. Grote, Prof. Dr. Volker Henning Drecoll, Christopher Nunn, Kai Preuß, PD Dr. Bianca-Jeanette Schröder, Prof. Dr. Barbara Feichtinger, Prof. Dr. Konrad Vössing, Prof. Dr. Wolfgang Spickermann, Prof. Dr. Dr. Christof Müller, Prof. Dr. Hildegund Müller, Prof. Dr. Christian Tornau. Auf dem Bild fehlen: Prof. Dr. Winrich Löhr und Prof. Dr. Sigrid Mratschek. – Foto: Guntram Förster (ZAF)

Das Zentrum für Augustinus-Forschung an der Universität Würzburg (ZAF) ist seit einigen Jahren mit der Entwicklung und Vorbereitung eines größeren Forschungsprojekts befasst, das eine umfassende, interdisziplinäre und systematische Kommentierung der augustinischen Briefkorrespondenz – rund 310 Schreiben von oder an Augustinus – zum Ziel hat. Mittlerweile hat sich im Laufe der Planungs- und Anbahnungsphase eine Equipe von zehn WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen (Theologie, Philosophie, Philologie, Alte Geschichte) zusammengefunden, die neben etlichen anderen Aktivitäten in jedem Jahr einen Workshop zu Augustins Epistulae veranstaltet, meist mit ergänzender Einladung externer ExpertInnen. Am 5. und 6. Oktober 2017 war die großzügig von der Thyssen Stiftung mitfinanzierte Tagung im Würzburger Burkardushaus dem Thema ‹Soziologische Fragen und Modelle im Kontext der (Augustini-)Epistulae-Thematik› gewidmet.

Soziologische Fragestellungen – insbesondere im Zeichen des Paradigmas ‹Netzwerke›/‹Netzwerkanalysen› – rücken in den letzten Jahren zu recht stärker in den Fokus der wissenschaftlichen Auseinandersetzung in den Geschichtswissenschaften, nicht zuletzt auf dem Feld der Epistolographie und im Blick auf religiöse und kirchliche Kontexte. Eine solche vielversprechende Analyse des augustinischen Briefkorpus auf ‹Soziologische Fragen und Modelle› hin ist in der Augustinus-Forschung bislang leider größtenteils ein Desiderat. Weite Teile bzw. Dimensionen der augustinischen Briefkorrespondenz können jedoch nicht adäquat verstanden und interpretiert werden, wenn nicht deren soziologischer Rahmen, wenn nicht die Matrix der teils manifesten, teils latenten Kommunikationsnetzwerke ‹hinter› den Briefen rekonstruiert wird. Die Tagung konnte diesem dringenden Desiderat in wichtigen Teilbereichen Abhilfe schaffen sowie Impulse für die weitere Forschung geben.

Diesem Ziel arbeitete das Tableau der sechs Vorträge zu (siehe unten), die verschiedene – teils mehr inhaltlich, teils eher formal-methodisch, teils komparatistisch akzentuierte – Perspektiven der Leitthemenstellung herausarbeiteten und vorstellten. Für die Referate wurden jeweils 45 Minuten veranschlagt, um je im Anschluss eine ebenfalls ca. 45 Minuten umfassende Fachdiskussion zu ermöglichen; gerade aus diesen lebhaften Diskurs-Modulen resultierten wertvolle Impulse für die ‹scientific community› und für die weitere Forschungsarbeit am Thema. Gerahmt wurden die sechs thematischen Blöcke von einer Einleitung/Einführung durch den Veranstalter bzw. durch eine Abschlussreflexion auf den Ertrag der Veranstaltung für die zukünftige Forschung.

Die Auswahl der an der Tagung Teilnehmenden – der Referierenden, aber auch der ‹lediglich› Diskutierenden – war vom ZAF sorgfältig durchdacht worden. Es handelte sich um eine bewusst internationale und interdisziplinäre Gruppe von Augustinus-Forschenden mit gemeinsamer ausgewiesener Expertise für die antike/spätantike Epistolographie und zumal für das Briefkorpus Augustins, aber auch mit je unterschiedlichen wissenschaftlichen Schwerpunkten und ‹Alleinstellungsmerkmalen› (bis hin zur EDV-Spezialisierung der jüngsten Teilnehmer C. Nunn und T. Wang, der aus China anreiste). Die meisten Teilnehmenden konnten im Laufe der letzten Jahre bereits im Rahmen von Forschungsprojekten, Tagungen oder Publikationen kooperieren – eine ausgezeichnete Voraussetzung für die produktive Tagungsatmosphäre, dank derer die Veranstaltung zu einem beachtlichen wissenschaftlichen Erfolg wurde: zu einer weiteren Etappe auf dem langen, aber reizvollen Weg zu einer umfassenden Kommentierung des augustinischen Briefkorpus.

Programm der Referate und Diskussionen

Christof Müller (ZAF Würzburg): Einführung in Inhalt und Methode der Tagung

Sigrid Mratschek (Rostock): Die Grenzen überschreiten: Netzwerke und Manifestationen christlicher Gastfreundschaft (Briefe von Augustinus, Ambrosius, Paulinus und Johannes Chrysostomus)

Barbara Feichtinger (Konstanz): Wer mit wem wie oft? (Lebensweltliche) Überlegungen zum frühchristlichen Schriftenverkehr mit Freund und Feind

Wolfgang Spickermann (Graz): Die administrativen Funktionen des Bischofs in der spätantiken Stadt

Bianca-Jeanette Schröder (München): Das Briefkorrespondentennetzwerk des Ennodius

Kai Preuß (Frankfurt a.M.): Augustin als Bischof im Spannungsfeld Theologie / Politik – eine Projektskizze

Tao Wang (Nanjing, China): Mining the Corpus of Augustine’s Letters: New Perspective on Correspondence Studies

Plenumsgespräch/Abschlussreflexion

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