ZENTRUM FÜR AUGUSTINUS-FORSCHUNG

AN DER JULIUS-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT WÜRZBURG

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Fecisti nos ad te, domine, et inquietum est cor nostrum donec requiescat in te.

Confessiones 1,1

Geschaffen hast du uns auf dich hin, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.

Bekenntnisse 1,1

Im Rahmen einer Akademischen Feier ehrten der Augustinerorden, das Zentrum für Augustinus-Forschung an der Universität Würzburg und die Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung am 30. März 2019 den weltweit renommierten Theologen Pater Professor Dr. Dr. h.c. Cornelius Petrus Mayer OSA anlässlich seines 90. Geburtstages. Die Festrede hielt Prof. Dr. Karla Pollmann (University of Bristol, U.K.) zum Thema: «Die Bedeutung Augustins für die abendländische Geistesgeschichte». Siehe dazu auch unseren zusammenfassenden Bericht (Lebenswerk im Dienst der Augustinus-Forschung) und das Porträt des Jubilars in der katholischen Wochenzeitung Die Tagespost vom 7. März 2019 (Der Augustinist. Passion für die Patristik: Zum 90. Geburtstag von Cornelius Petrus Mayer OSA). − Im Folgenden dokumentieren wir nun, wie seit längerem angekündigt, die Festrede und die Redebeiträge der Akademischen Feier im Wortlaut.

  • Download: pdfGrußwort P. Franz Klein OSA (PDF)

     

    Grußwort zum 90. Geburtstag von P. Prof. Dr. Cornelius Petrus Mayer OSA

     

    Von P. Franz Klein OSA

    Repräsentant der Generalkurie des Augustinerordens in Rom und der Bayerisch-Deutschen Provinz der Augustiner

     

    P. Franz Klein OSAGrußwort von P. Franz Klein OSA. – Foto: ZAF

     

    Lieber P. Petrus,
    Reverendissime Eccelenze, Bischof Franz und Bischof Friedhelm,
    Werte Geistlichkeit,
    Sehr verehrte Damen und Herren,
    geschätzte Gäste und Freunde,
    liebe Mitbrüder!

     

    «duo ista nomina senectutis sunt, et discernuntur a Graecis. grauitas enim post iuuentutem aliud nomen habet apud Graecos, et post ipsam grauitatem ueniens ultima aetas aliud nomen habet; nam πρεσβύτης dicitur grauis, et γέρων senex» (Augustinus, en. Ps. 70,2,7).

     

    Im Psalm 71 (70) betet ein Mensch, lebenssatt: «Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf und bis heute verkünde ich deine Wunder. Auch wenn ich alt und grau bin, Gott, verlass mich nicht, damit ich von deinem machtvollen Arm der Nachwelt künde, den kommenden Geschlechtern von deiner Stärke…» (Ps 71,17-18). Unser Ordensvater, der heilige Augustinus, kommentiert die Worte «alt und grau», die er im Lateinischen als «senecta et senium» vorliegen hat, folgendermaßen: «Diese beiden Worte bezeichnen das Alter, und die Griechen machen dabei einen Unterschied. Denn das reife Alter, das der Jugend folgt, hat bei den Griechen ein Wort und ein anderes Wort hat die letzte Phase des Lebens, die nach der Reife kommt. Reife wird ausgedrückt mit πρεσβύτης, während sie für alt γέρων sagen». «Alt und grau» in der deutschen Übersetzung müsste also nach Augustinus «alt und reif“ heißen. (Ein wenig später fährt Augustinus fort:) «… du, Gott, hast mich also – und Augustinus fügt hier extra dazu – deine Gnade gelehrt von Jugend auf, damit ich nach meiner Jugend bis heute deine Wunder verkünde, denn du bist bei mir, damit ich nicht sterbe, du, der du zu mir gekommen bist, damit ich auferstehen werde» (en. Ps. 70,2,4).

     

    Ein Leben lang hast du, Petrus, die Wunder des Herrn in den Spuren unseres Ordensvaters Augustinus verkündet, damit die Welt von den machtvollen Taten Gottes erfährt und die kommenden Geschlechter die Stärke des Herrn erkennen. Dabei hast du deiner Zeit und für die Zukunft wichtige Ideen unseres Ordensvaters für uns und die Welt weitergetragen. Wenn du jetzt im hohen Alter auf dieses, dein Lebenswerk zurückblickst, kannst du hoffentlich im Fluss der Jahre und Zeiten die Gnade Gottes erkennen, die einmal in den letzten Tag des Jubels einmünden soll.

     

    Als ich im Noviziat war, bist du einmal in Münnerstadt vorbeigekommen mit ein paar Begleitern. Damals hast du mir in einem kurzen Gespräch ein wenig von deinen Ideen mitgeteilt. Du sprühtest vor Enthusiasmus. Was mich besonders bewegt hat, war, dass du dir vorgenommen hattest und es auch durchgezogen hast, die gesamten Schriften unseres Ordensvaters im Original zu lesen. Du hast das sogar zweimal getan, sagtest du damals. Nicht zuletzt aus dieser Begeisterung ist heute ein Werk erstanden, das weiten Widerhall gefunden hat in Kirche und Welt. Das Corpus Augustinianum Gissense war ein erster Meilenstein und Grundlage für die Forschung der Texte Augustins. Und das Augustinus-Lexikon, an dem viele Größen der Wissenschaft aus der ganzen Welt mitarbeiten, ist ein weiterer. Davon werden, denke ich, andere mehr zu berichten wissen.

     

    Es mag sein, dass unser Orden es dir manchmal nicht einfach gemacht hat und du dem Orden auch nicht immer, aber dennoch glaube ich, dass ohne den Background unseres Ordens heute manches anders aussähe. Eine Frucht deines Wirkens ist das Zentrum für Augustinus-Forschung hier in Würzburg, dessen Leiter du lange Zeit warst und, gestützt vom Orden, die BADA, die Bibliotheca Augustiniana der Deutschen Augustiner. Beides wurde und wird von unserer Deutschen Ordensprovinz begleitet und unterstützt. Seit einiger Zeit ist auch eine mir sehr wichtige und wertvolle vertiefte Verbindung mit unserem Patristischen Institut in Rom gewachsen.

     

    Ich darf deshalb heute im Namen des gesamten Ordens des heiligen Augustinus dir die Grüße und Glückwünsche unseres Generalpriors, P. Alejandro Moral Antón, und seines Rates überbringen. P. Generalprior hat mich eigens dazu beauftragt. Weiterhin darf ich dir die Grüße und Glückwünsche unserer Deutschen Augustinerprovinz mit ihrem hier anwesenden Provinzial P. Alfons Tony übermitteln. Ein besonderer Gruß wurde mir vom Preside unseres Patristischen Institutes und seinen Mitarbeitern mit auf den Weg gegeben. Wir alle möchten dir mit unseren guten Wünschen für dein Wirken danken. Eine besondere Größe dieses Wirkens ist, dass du alles so geordnet hast, dein Werk rechtzeitig in verantwortungsvolle Hände weiterzugeben, und so die Zukunft deiner Ideen und deines Schaffens gesichert sind.

     

    Mit einem sehnsüchtigen Gebet unseres Ordensvaters aus dem dreizehnten Buch seiner Bekenntnisse möchte ich enden. Augustinus, nachdem er über die Werke Gottes und der Menschen nachgedacht hat, betet:

     

    «Der siebente Tag aber, der ist ohne Abend. Seine Sonne geht nicht unter, denn du hast ihn geheiligt, dass er ewig bleibe. In Ruhe hast du deine Werke so ‹sehr gut› geschaffen. Und wenn du doch am siebten Tage ruhtest, so soll mit diesen Worten deines heiligen Buches uns gesagt sein, dass auch wir einst, wenn wir unser Werk vollendet, das nur gut ist, weil du, Gott, es uns gegeben, in dir ruhen sollen am Sabbat ewigen Lebens. Dann wirst du in uns ruhen, so wie du jetzt noch in uns wirkst. Und diese unsre Ruhe wird deine Ruhe sein wie heute unsre Werke deine Werke sind in uns. Du aber, Herr, du wirkst ewig und du ruhst ewig.» So sei es! Vielen Dank!

  • Download: pdfGrußwort Dr. Adolf Bauer (PDF)

     

    Ansprache zum 90. Geburtstag von Pater Cornelius Petrus Mayer OSA

     

    Von Bürgermeister Dr. Dr. h.c. (UCC) Adolf Bauer

    Vorsitzender des ZAF e.V. und Stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung e.V.

     

    Bürgermeister Dr. Adolf BauerBürgermeister Dr. Adolf Bauer. – Foto: ZAF

     

    Exzellenzen, sehr geehrte Festversammlung, verehrter Jubilar, lieber Petrus,

     

    wir feiern heute ein großes Fest! Du, lieber Petrus, hast vor wenigen Wochen dein – sage und schreibe – 90. Lebensjahr vollendet! Das ist – selbst in Zeiten steigender Lebenserwartung – alles andere als alltäglich.

     

    Dein großartiges Jubiläum ist daher Anlass zur Dankbarkeit: Dankbarkeit zum einen deinem Schöpfer und Erhalter gegenüber, der dich mit einem langen und reichhaltigen Leben gesegnet hat. Dankbarkeit zum anderen aber auch dir gegenüber, lieber Petrus, der du in den Jahrzehnten deines Erdendaseins vieles – und viele! – bewegt hast.

     

    Ich habe hier und heute die Ehre, gleich drei deiner Wirkungskreise zu repäsentieren: die Stadt Würzburg, das ‹Zentrum für Augustinus-Forschung an der Universität Würzburg› und die ‹Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung›. Für alle drei Gemeinwesen und für ihr fruchtbares Miteinander hast du Hervorragendes geleistet, das ich an dieser Stelle kurz würdigen möchte.

     

    Seit über 750 Jahren prägen die Augustiner das Bild und die Atmosphäre unserer Main-Metropole Würzburg. Ihre Präsenz und ihr Engagement sind dabei äußerst vielfältig. Vor allem war und ist der Orden pastoral und sozial aktiv, doch gehören von Anbeginn an auch Bildung und Wissenschaft zu seinem Tätigkeitsfeld: Wissenschaft insbesondere in Form einer gründlichen Erforschung von Person, Werk und Wirkung des Ordensvaters Augustinus.

     

    Ich selbst durfte in meiner Kindheit und Jugend die Luft und die Atmosphäre des hiesigen Augustiner-Internats aufsaugen; hier habe ich unter dem strengen, aber gerechten Regiment von Pater Petrus viel Wichtiges gelernt und viele unverzichtbare Erfahrungen gemacht. Von dieser Zeit her ist mir auch das renommierte Augustinus-Institut der Augustiner noch in lebendiger Erinnerung. Vor allem dessen Kopf, Pater Adolar Zumkeller, stellte für uns Jungs die Verkörperung augustinischer Gelehrsamkeit dar.

     

    In diese großen Fußspuren trat eine Wissenschaftlergeneration später unser heutiger Jubilar, Pater Petrus. Ich kenne ihn seit sage und schreibe 63 Jahren – und mit den Jahren wuchs auch meine Wertschätzung. Unter seiner Ägide gelangte das wissenschaftliche Engagement der Augustiner zu einer neuen Blüte: ich nenne nur das Augustinus-Lexikon, das Corpus Augustinianum Gissense sowie die Homepage www.augustinus.de. Diese und weitere Aktivitäten und Projekte hast Du, lieber Petrus, zur Jahrtausendwende unter dem Dach des Zentrums für Augustinus-Forschung (ZAF) zusammengefasst, das wenige Jahre später den ehrenvollen Status eines ‹An-Instituts› unserer Universität erhielt. Für die ideale Infrastruktur des ZAF garantiert nach wie vor der Augustinerorden.

     

    Die gewaltige Fülle deiner wissenschaftlich hoch renommierten Ideen und Initiativen, lieber Petrus, konnte freilich nur zu einem Teil von den Augustinern und von der öffentlichen Hand finanziert werden. Deshalb bautest du um deinen Freundes- und Sympathisantenkreis herum einen Förderverein auf: die ‹Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung›, seit 1997 erfolgreich geleitet von einem unserer heutigen Ehrengäste, Dr. Thomas Goppel, der vor einigen Jahren von Oliver Jörg abgelöst wurde.

     

    Mittlerweile bist du, lieber Petrus, in die Jahre gekommen und hast gemerkt, dass du dein enormes Arbeitspensum nicht mehr in der gewohnten Weise schultern konntest. Da war es klug und vorausschauend von dir, deine Mitarbeiter immer mehr in die Verantwortung einzubinden, bis du ruhigen Herzens die Zügel des ZAF in jüngere Hände übergeben konntest.

     

    Heute, an deinem 90. Geburtstag, darfst du auf ein stolzes Lebenswerk zurückschauen, das nicht nur eine bedeutende Vergangenheit und Gegenwart, sondern gewiss auch eine blühende Zukunft hat. Am heutigen Festtag sollst du wissen und noch einmal ausdrücklich hören: Die Würzburger Augustinus-Forschung und mit ihr die gesamte Stadt und Wissenschaftsregion Würzburg haben dir außerordentlich viel zu verdanken. Als deren Vertreter wünsche ich dir noch viele lebendige und vor allem gesunde Jahre und zu alledem Gottes reichen Segen!

     

    Und noch ein besonderes ‹Bonbon› am Ende: Um die Dankbarkeit der Kommune Würzburg zum Ausdruck zu bringen, hat der Herr Oberbürgermeister mich gebeten, dir, lieber Petrus, die Ehrenmedaille unserer Stadt zu überreichen. Sie wird in der Galerie deiner Auszeichnungen – vielleicht gleich neben dem dir zum 85. Geburtstag verliehenen ‹Tanzenden Schäfer› – gewiss einen würdigen Platz finden.

     

    Bürgermeister Dr. Adolf BauerBürgermeister Dr. Adolf Bauer überreicht dem Jubilar die Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters der Stadt Würzburg. – Foto: ZAF

  • Download: pdfGrußwort Prof. DDr. Christof Müller (PDF)

     

    Grußwort zum 90. Geburtstag von Prof. Dr. Dr. h.c. Cornelius Petrus Mayer OSA

     

    Von Prof. DDr. Christof Müller

    Wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Augustinus-Forschung an der Universität Würzburg

     

    Prof. Dr. Christof MüllerProf. Dr. Christof Müller. – Foto: ZAF

     

    Geschätzte Festversammlung, sehr geehrte Amts- und Würdenträger, Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunde unseres Jubilars, lieber Cornelius,

     

    heute darfst du – oder musst du – schon zum zweiten Mal in diesem Monat deinen 90. Geburtstag feiern. Du darfst: denn es ist ja ein großes Privileg – oder soll ich lieber sagen: eine große Gnade –, mit derart vielen Lebensjahren bedacht und mit einer so stattlichen Schar von Sympathisanten und Gratulanten gesegnet zu sein. Du musst: denn das Leben mit 90 Lenzen auf dem Rücken ist – so bekennst du selbst – kein Rosengarten, schon gar kein stachelfreier, und selbst eine noch so schöne und dir gleichsam auf dem Silbertablett servierte Feierlichkeit strengt an.

     

    Doch sei getröstet, lieber Cornelius: Auch für mich, deinen Nachfolger in der wissenschaftlichen Leitung deines von dir entschlussfreudig gezeugten, liebevoll genährten, prinzipienstreng erzogenen und schlussendlich in die Mündigkeit entlassenen Kindes, des Zentrums für Augustinus-Forschung an der Universität Würzburg, ist dein 90. Geburtstag kein einfaches Datum: Welche Laudatio auf dich wäre noch nicht gehalten, welcher Lorbeer dir noch nicht auf das Haupt gedrückt worden; ja selbst mit Festschriften wurdest du bereits zu deinem 80. Wiegenfest so reichlich beglückt, dass du davon bis zur Vollendung des 100. Lebensjahres zehren bzw. lesen kannst.

     

    Nun bleibt einem Festredner bzw., um es eine Kategorie kleiner zu halten, einem Grußwortspender aus dem Bereich der Augustinus-Forschung ja allemal der naheliegende Ausweg offen, in das Oeuvre des Kirchenvaters zu flüchten und dort, bei diesem emeritierten Panegyriker und begnadeten Prediger, nach gefälligen Versatzstücken für einen dem Anlass angemessenen Redebeitrag zu suchen. Du, lieber Cornelius, hättest es als profunder Kenner und Exeget der Zahlenallegorese Augustins allemal verdient, eine augustinische Interpretation der Zahl 90 zum rhetorischen Geschenk zu erhalten. Doch ist der Ertrag, den dein Corpus Augustinianum Gissense oder dein Augustinus-Lexikon in Bezug auf die Auslegung der Zahl 90 geben – Gott und dem heiligen Kirchenvater sei es geklagt –, leider sehr dürftig und dürr.

     

    Als unverhofft fruchtbar – ich wähle dieses Attribut mit Bedacht – erwies sich allein Augustins Beschäftigung mit Abraham bzw., politisch und philologisch korrekter, mit Sara, der Hauptfrau des biblischen Patriarchen. Mit Genesis 17,17 kolportiert unser Kirchenvater des öfteren das skeptisch-kecke Hohngelächter Abrahams angesichts der Verheißung seines Herrn und Gottes, er wolle dem Hundertjährigen nach Jahrzehnten redlichen, aber vergeblichen Rackerns nun schließlich doch noch einen Stammhalter schenken. Ich zitiere die Genesis in der Übertragung der deutschen Einheitsübersetzung: „Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem Herzen: Soll mir mit hundert Jahren ein Kind geboren werden, und soll Sara, neunzig Jahre alt, gebären?“ Indes – wie wir alle wissen bzw. glauben, ist beim Herrn so gut wie nichts unmöglich. Und so entspringt unter dem Walten der Vorsehung auch und gerade hochbetagten Menschen wider alle Alltagserfahrung und wider alle Alltagserwartung bisweilen überaus Lebendiges und Zukunftsträchtiges – nicht umsonst habe ich eingangs davon gesprochen, dass du, Cornelius, das Zentrum für Augustinus-Forschung seinerzeit wie einen Stammhalter gezeugt, genährt, erzogen und zu zukunftsfähiger Selbständigkeit geführt hast. Auch mit 90 Jahren ist dein geistiger und organisatorischer „Schoß“ – verzeihe mir diese immerhin von der Bibel und von Augustinus her gedeckte Metaphorik – noch „fruchtbar“. Mit vollem Fug und Recht wirst du im ZAF daher als der große Stammvater, als der altehrwürdige Patriarch nicht etwa lediglich geduldet, sondern vielmehr geschätzt und gepflegt.

     

    Da dein spirituelles und intellektuelles Herz indes, lieber Patriarch, wenn auch vor allem, so doch nicht ausschließlich für die Welt und Sprache der Bibel und des heiligen Augustinus schlägt, sondern mindestens eine Herznebenkammer auch für die pagane Antike pocht, darf ich unmittelbar hinter deinen Lobpreis als „Patriarchen“ deine Parallelisierung mit der archetypischen Gestalt des „Nestor“ stellen: Cornelius Petrus Mayer, „Nestor der Würzburger Augustinus-Forschung“, so kann man es allenthalben hören und lesen. Fast schäme ich mich, Ihnen, einem hochgebildeten Auditorium, die Erinnerung an diese sagenhafte Gestalt mit Wikipedia-Weisheiten aufzufrischen, doch die Formulierungen dieses digitalen Welt-Gedächtnisses scheinen mir doch allzu trefflich auf unseren heutigen Jubilar zu passen: „Nestor war ein Held der griechischen Mythologie und sagenhafter Herrscher von Pylos ... Er vereinigte Altersweisheit, Beredsamkeit, Redlichkeit und heitere Lebenskunst“. Ob du dieses schöne Ideal nun mehr als Indikativ oder aber eher als Optativ oder Imperativ liest, sei dir, lieber Cornelius, selbst anheimgestellt; derlei unterschiedliche Lesarten schließen sich – wir wissen es spätestens seit der augustinischen Lehre vom mehrfachen Schriftsinn – ja auch keineswegs aus.

     

    Kurzum und zuguterletzt: Das Zentrum für Augustinus-Forschung an der Universität Würzburg gratuliert dir, lieber Patriarch und Nestor, noch einmal ganz herzlich zu deinem Ehrentag! Bleibe gesund und geistig so fruchtbar wie die neunzigjährige Sara, damit wir in zehn Jahren im Zeichen von Abraham deinen hundertsten Geburtstag feiern dürfen.

     

    Damit beschließe ich die Trias der Grußworte der Einladenden und räume den Platz am Ambo nun für eine „grande Dame“ der Augustinus-Forschung, Frau Prof. Dr. Karla Pollmann, hochrenommierte Altphilologin und Theologin, die für die Rekonstruktion der augustinischen Rezeptionsgeschichte diejenige Zentralfigur verkörpert, die Cornelius Petrus Mayer für die Rekonstruktion der augustinischen Originallehre dargestellt hat. Sicherlich wäre es Ihnen, liebe Frau Kollegin, nicht recht, wenn ich Sie zum Inbegriff der „Einheit der abendländischen Geistesgeschichte im Zeichen Augustins“ stilisierte, aber als in England lebende und lehrende Deutsche sind Sie allemal eine glaubwürdige Künderin Ihres heutigen Themas und darüber hinaus – gestatten Sie mir diese politische Parenthese – ein fleischgewordenes Votum wider den Brexit.

  • Download: pdfFestrede Prof. Dr. Karla Pollmann (PDF)

     

    Die Bedeutung Augustins für die abendländische Geistesgeschichte

     

    Festvortrag anlässlich des 90. Geburtstages von Professor Dr. Dr. h.c. Cornelius Petrus Mayer OSA

     

    Augustinerkloster Würzburg, 30. März 2019

     

    Von Prof. Dr. Karla Pollmann (Bristol)

     

    Prof. Dr. Karla PollmannProf. Dr. Karla Pollmann (University of Bristol, U.K.) bei der Festrede. – Foto: ZAF

     

    I. Einleitung

     

    Gerard Zerbolt van Zutphen (1367-1398), einer der ersten Vertreter der Devotio Moderna, erklärt in seiner Schrift De libris teutonicalibus et de precibus vernaculis (verfasst ca. 1395 in Latein, anschließend frei ins Niederländische übertragen), dass man sowohl in der Heiligen Schrift als auch bei den frühchristlichen Schriftstellern, allen voran Augustinus von Hippo, sorgfältig zwischen solchen Schriften unterscheiden müsse, die von allen Christen, gelehrten und einfachen gleichermaßen, gelesen werden können, und solchen, die allein den gebildeten Lesern vorbehalten sein sollten: In den falschen Händen könnte der Inhalt der letzteren sonst verstörend wirken und mehr schaden als nützen. Daher sollten derart ‘gefährliche’ Schriften nicht in Landessprachen übersetzt werden, da dies sie der falschen Leserschaft zugänglich machen würde. Zu derart ‘gefährlichen’ Schriften zählte Gerard Zerbolt aus dem Alten Testament Propheten wie Jesaja, Ezechiel und Jeremia und aus dem Neuen Testament die Paulusbriefe und das Buch der Offenbarung. Unter den Werken Augustins erwähnt Gerard als ungeeignet für eine breitere Leserschaft die Schriften Augustins über die Genesis (vor allem seinen Kommentar De Genesi ad litteram), sein Werk Über den Dreieinen Gott, seinen Gottesstaat, sein Werk Gegen Faustus und andere solche Werke.

     

    Wir haben hier eine sehr deutliche und unverhüllte Reflexion darüber, wie mit dem intellektuellen Erbe von als autoritativ aufgefaßten Schriften umgegangen werden soll. Gerard bekräftigt erstens, dass dieses Erbe eine potentiell gefährliche Wirkung für die Gegenwart haben kann; zweitens kategorisiert er die Leserschaft in unterschiedliche Gruppen mit verschiedenen Bildungsgraden; drittens aber, und das ist ganz entscheidend, geht er dazu über, klare Listen zu entwickeln, welche Arten von Literatur welcher Lesergruppe zugänglich gemacht werden sollten. Dieses Vorgehen setzt die Annahme voraus, dass der Einfluss eines intellektuellen Vermächtnisses tatsächlich kontrolliert und kanalisiert werden kann und soll. Demnach betrachtet ein solches Vorgehen die Wirkung eines intellektuellen Erbes nicht als zwangsläufig und festgelegt durch Faktoren wie z.B. die Qualität eines Werkes. Mit anderen Worten, die Mechanismen, die bestimmen, welche Texte uns aus der Vergangenheit überliefert werden, sind nicht automatisch und sind auch nicht primär Autor- oder Werk-gesteuert, sondern überwiegend das Ergebnis einer starken, d.h. selektiven, kontrollierenden oder manipulierenden Leserschaft. Die entscheidende Rolle des aktuellen Lesers führt zu unterschiedlichen, potentiell extremen Weisen von textlicher Überlieferung, Verbreitung und Interpretation, oder, um einen technischen Ausdruck zu verwenden, von Rezeption eines Autors. Dies bedeutet, dass eine intellektuelle Überlieferung nicht so sehr etwas ist, was uns “autokratisch” überliefert ist, als vielmehr etwas, was jede spätere Generation für sich selbst erschafft.

     

    Diese etwas unübliche Sichtweise auf die Ideengeschichte kann man mit besonderer Deutlichkeit beobachten, wenn man die Rezeptionsgeschichte der Werke des Augustinus von Hippo (354-430) betrachtet. Die folgenden Bemerkungen stützen sich überwiegend auf ein größeres, von mir geleitetes interdisziplinäres und internationales Projekt zur Erforschung der Rezeption Augustins von seinem Tod 430 bis ins frühe 21. Jahrhundert. Es wurde großzügig gefördert durch den Leverhulme Trust unter Beteiligung von 400 KollegInnen aus 27 Ländern [1]. Ohne die tadellosen und verlässlichen Grundlagen, die vom Zentrum für Augustinus-Forschung in Würzburg gelegt wurden, wäre dieses Projekt nicht auf solche Weise möglich gewesen.

     

    II. Wer war Augustinus von Hippo?

     

    Während man Augustinus in vielerlei Hinsicht als typische Gestalt der Spätantike bezeichnen kann, ist er in manchen Aspekten eine Ausnahme unter seinesgleichen. Sein gesellschaftlicher Hintergrund war nicht der einer gebildeten Elite. Seine elitäre Ausbildung verdankte sich dem Ehrgeiz seiner Eltern und seinen eigenen großen intellektuellen Fähigkeiten, die er ursprünglich dazu gebrauchen wollte, um auf eine erfolgreiche weltliche Karriere zuzusteuern. Im Gegensatz zu Ambrosius und Hieronymus waren Griechischkenntnisse nicht seine große Stärke.

     

    Augustinus lebte in einer historischen Umbruchszeit, als der Zerfall des Römischen Reiches, dessen Grenzen zunehmend von Barbareninvasionen bedroht waren, im Gange war. Zur gleichen Zeit stellte der Aufstieg des Christentums die pagane Religion und allgemein etablierte Denkweisen in Frage. All dies schuf eine Atmosphäre der Ungewissheit, in der traditionelle Werte auf den Prüfstand kamen, um entweder verteidigt oder in Frage gestellt zu werden. Augustins eigenes Leben spiegelt in gewisser Weise bestimmte Entwicklungen und Charakteristika dieser Übergangszeit wieder. In seinen quasi-autobiographischen Bekenntnissen erzählt er eindringlich, wie er von diesem Ideen-Pluralismus gequält wurde und wie er nach seinem eigenen Weg suchte, um die richtige Wahl in diesem Supermarkt der Weltanschauungen mit seinen vielfältigen Angeboten an Glaubenssystemen und Lebensstilen zu treffen. Somit kann man ihn als eine wirkliche Grenzgestalt bezeichnen, einen, der sowohl ein origineller Erneuerer als auch ein Übermittler und Umgestalter antiken Denkens war.

     

    In seinem Erwachsenenleben hatte Augustinus viele Rollen auszufüllen – als Bischof, Richter, Seelsorger, Prediger, Theologe, Freund, Lehrer, Ratgeber –, und er äußert sich in allen diesen Rollen zu unterschiedlichen Zeiten. Mit seiner Ausbildung als professioneller öffentlicher Redner und Lehrer der Rhetorik beherrschte er ein reiches Arsenal an rhetorischen Techniken, um die Wirkung dessen, was er sagen will, zu verstärken, und er nutzte den konkreten situativen Kontext, in dem er spricht, voll aus. Weiterhin umspannt Augustins Karriere 44 Jahre, in denen er gelegentlich seine Meinung ändert oder unterschiedliche Blickwinkel wählt, um eine Thematik zu beleuchten. All das macht es verständlich, dass Augustins Werk eine sehr vielfältige und heterogene, sogar polarisierte Rezeption durch die folgenden Jahrhunderte hindurch erfuhr [2]. Augustinus war sich all dessen sehr wohl bewusst und versuchte, seine Wahrnehmung und Rezeption durch andere zu kontrollieren: hinsichtlich der Beurteilung seines Lebens in seinen quasi-autobiographischen Bekenntnissen, hinsichtlich der Rezeption seines Gesamtwerkes in seinen innovativen Retractationes. Man kann sicher sagen, dass er mit diesem Unterfangen nur zum Teil erfolgreich war.

     

    III. Bemerkenswerte Muster und Charakteristika der Augustinus-Rezeption durch die Jahrhunderte

     

    i. Keine lineare Entwicklung

     

    Es ist erwähnenswert, dass Augustinus selbst zu den ersten gehörte, der von der Autorität frühchristlicher Autoren Gebrauch machte, um seine eigenen Argumente zu stützen, wenn alles andere scheiterte. Ungefähr zu seiner Zeit begann ein Bewusstsein für eine Bibliothek christlicher “klassischer” Autoren aufzukommen, und Augustinus selbst wurde sehr schnell eine dieser textlichen Autoritäten des Christentums. Die Wertschätzung seiner Person konnte bereits zu seinen Lebzeiten höchst unterschiedlich sein. Einerseits nennt Hieronymus ihn “den zweiten Gründer des christlichen Glaubens” (ep. 141,2). Als Bischof einer kleinen Diözese musste er es allerdings verschmerzen, dass er von Atticus, dem Bischof von Konstantinopel, mehr oder weniger ignoriert wurde, ganz zu schweigen von der Hassliebe, die ihn mit dem adligen und hoch intelligenten Julian von Eclanum verband. Dieses Muster wird für seine Rezeption charakteristisch bleiben: Wir stellen keine linear zunehmende oder abnehmende Popularität durch die Jahrhunderte fest, sondern vielmehr Zustimmung und Kritik, Akzeptanz und Ablehnung seiner Autorität Seite an Seite. Nur ganz selten wird er völlig ignoriert, wie z.B. im Strukturalismus, der generell dazu tendiert, das Erbe früherer Denker zu ignorieren, Augustinus eingeschlossen. Allerdings hat sich bereits der Poststrukturalismus aus verschiedenen Gründen wieder bedeutenden Denkern der Vergangenheit zugewandt, und Augustinus erfreut sich hier einer lebendigen Rezeption.

     

    ii. Institutionen sind wesentlich oder: Wo liegen die Grenzen von Rezeption?

     

    Institutionen sind von größter Bedeutung für die Gewährleistung einer anhaltende Rezeption und sind in ihrer entscheidenden Funktion in diesem Prozess nicht zu überschätzen. Generell stellen Institutionen die effektivste Weise dar, jedes spezifisch menschliche Handeln oder Interesse zu entindividualisieren, zu entflüchtigen und zu “entmomentanisieren”, d.h. zu verstetigen. Im Falle der Verstetigung von Augustins Denken sind folgende Institutionen von besonderer Relevanz: die Kirche, Bischöfe, Bibliotheken, Verlage, Bürgermeister u.a.; Bildungseinrichtungen einschließlich Klöstern, Schulen und Universitäten, ihre Lehrpläne und Lesekanones sowie Gruppen mit einem Bildungsauftrag wie besonders Wissenschaftsakademien, Stiftungen und Glaubensgemeinschaften, allen voran der Augustinerorden, der speziell der Bewahrung und Verbreitung von Augustins Werk verpflichtet ist (im 14. Jh. verantwortlich für die Renaissance seiner Philosophie, heute v.a. das Augustinus-Lexikon und die Etudes Augustiniennes). Wann immer eine enge Affinität zwischen Religion und politischem Handeln besteht, kann das Denken Augustins die politische Bühne betreten, besonders z.B. über seinen Gottesstaat im Mittelalter, aber auch im 20. Jh. (für letzteres siehe unten). Ein höchst effektiver Weg, das Überleben und die fortgesetzte Beachtung des Werkes eines Autors zu garantieren, ist dessen Kanonisierung durch eine Gruppe, die als autoritativ angesehen wird (Kirchen, Akademien, Wissenschaftsministerien), sowie die Integration dieses Kanons in einen Unterrichtsplan oder ein intellektuelles Programm, das dann durch eine Institution in Unterrichtspraxis umgesetzt wird (Universitäten, Bildungswerke, Schulen).

     

    Zwei Dinge sind in dieser Hinsicht beachtenswert. Erstens besteht eine dialektische Beziehung zwischen dem Risiko, dass Institutionen mit der Zeit verknöchern, und dem Einfluß von ‘rebellischen’ (oder, in der Terminologie Max Webers, ‘charismatischen’) Individuen, die dazu tendieren, solche Institutionen und ihre Traditionen infrage zu stellen. Im Falle Augustin s ist es sein Werk selber, das solche ‘Anti-Establishment’-Herausforderungen gestattet: man kann einen Teil seines Denkens gegen einen anderen ausspielen. Ein eindrucksvolles Beispiel ist der karolingische Mönch Gottschalk, der von Hrabanus Maurus und anderen der Häresie beschuldigt wurde, weil er für die doppelte Prädestination eintrat. Beide Seiten der Kontroverse benutzten Augustinus, um ihre Position zu stützen.

     

    Zweitens war es, zumindest im Rahmen des OGHRA, (noch?) nicht möglich, eindeutige Spuren von Rezeption nachzuweisen, wenn eine unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Inhalt seines Werkes über einen anhaltenden Zeitraum nicht mehr stattgefunden hat. Dagegen ist Augustinus-Rezeption durchaus auch außerhalb des strikt religiösen oder theologischen Gebietes anzutreffen. Jedoch erscheinen, soweit wir im Moment sagen können, solche Fälle von Rezeption nur bei Personen oder Institutionen, die eine gewisse Verbindung – wie spärlich oder gequält auch immer – mit der christlichen Tradition haben [3]. Es scheint, dass bislang eine Rezeption Augustins noch nicht stattgefunden hat, wenn die Verbindung mit der christlichen Tradition völlig abgerissen ist. Das bedeutet, dass Übermittlung als ein institutionalisierter Faktor eine unverzichtbare Rolle für die Gewährleistung anhaltender Rezeption spielt.

     

    iii. Die mediale Allgegenwärtigkeit Augustins

     

    Augustinus war nicht in der Lage, seine eigene Rezeption zu kontrollieren, wie aus den später verfassten Texten, die ihn in mannigfacher Weise aufgreifen, hervorgeht. Das gleiche gilt ebenso für seine Rezeption in anderen Medien: Augustinus war äußerst kritisch gegenüber bildender Kunst, Musik und Drama, aber dies hielt spätere Kunstmaler, Komponisten und Dramatiker nicht davon ab, ihn oder Aspekte seines Denkens zu Gegenständen ihres künstlerischen Schaffens zu machen. Eindrucksvolle Beispiele dafür sind in den bildenden Künsten zahlreiche Gemälde (siehe auch Schluss des Vortrags). Komponisten haben sowohl entscheidende Szenen aus dem Leben Augustins als auch eindrucksvolle Passagen seines geschriebenen Werkes als Basis für eine Komposition genutzt. Zum Beispiel stellt Johann Adolf Hasses Oratorium Die Bekehrung des heiligen Augustinus von 1750, mit Augustinus als Alt, die dramatische Geschichte seiner Bekehrung vom Sünder zum Heiligen dar. Louis Andriessen (geboren 1939) untersucht das Verhältnis von Ewigkeit und Zeit in seinem Oratorium De Tijd (1981) mit der Absicht, das Phänomen Zeit, welches von Augustin im zehnten Buch seiner Bekenntnisse eindringlich reflektiert wird, mit Hilfe der Musik hörbar zu machen. Erst vor Kurzem hat Wilfried Hiller, zudem mit einer schönen Verbindung nach Würzburg, eine Kirchenoper mit dem Titel Augustinus – ein klingendes Mosaik komponiert (2005; Libretto: Winfried Böhm; 2012 hat der damalige Würzburger Bischof Dr. Friedhelm Hofmann diese Oper als Geschenk für Benedikt XVI. in Castel Gandolfo aufführen lassen), worin Augustins selbst gar nicht vorkommt [4].

     

    Alle Medien sind eigenständige Wissensformen mit für sie spezifischen Kriterien. Das schließt Musik und Kunst ein, die über reine Kunstfertigkeit als Selbstzweck oder spielerische, zweckfreie Erkundung hinausgehen. In Musik und Kunst geht die Komplexität von Textargumenten notwendigerweise verloren; jedoch kommt es in diesen Medien dazu, dass kürzere Textauszüge durch das Ansprechen verschiedener Sinne verstärkt werden (“Synaesthesie”). Somit haben Musik und Kunst die Fähigkeit, die meditative und/oder emotionale Wirkung eines Textes zu destillieren und zu intensivieren. Alles in allem hat die breite Vielfalt der Medien, in denen Augustinus rezipiert wird, den Effekt, seine Person und sein Denken zu universalisieren, und macht ihn anscheinend allgegenwärtig, was substantiell zur Erschaffung eines Augustinus-“Mythos” beiträgt.

     

    iv. Überraschung I: Augustinus und Popkultur

     

    James Bond ist eine populäre Ikone des 20. Jahrhunderts, die man vielleicht nur zögerlich mit Augustinus in Verbindung bringen würde. Aber in Ian Flemings Roman [5] Goldfinger (erstmals erschienen 1959) sinniert James Bond, nach einer Nacht stürmischen und unverbindlichen Geschlechtsverkehrs mit Jill Masterton, einer von Goldfingers Assistentinnen: “Hatten sie eine Sünde begangen? Wenn ja, welche? Eine Sünde gegen die Keuschheit? Bond schmunzelte. Es gab dafür auch ein Zitat, und zwar von einem Heiligen – dem heiligen Augustinus: ‘O Herr, gib mir Keuschheit. Aber nicht sofort!’.” Dies ist eine beinahe korrekte Wiedergabe von Augustinus, Bekenntnisse 8.7.17 da mihi castitatem et continentiam, sed noli modo (“Gib mir Keuschheit und Enthaltsamkeit – aber nicht sofort!”), einem verbreiteten Zitat, das Ian Fleming gut irgendwo aufgeschnappt haben kann, ohne Augustinus direkt gelesen zu haben.

     

    Auf die eine oder andere Weise hat dieses Zitat auch seinen Weg in den modernen Popsong gefunden.

     

    Erstens: STING LYRICS: "Saint Augustine In Hell" (1993)

     

    The minute I saw her face the second I caught her eye
    The minute I touched the flame I knew it would never die
    (...)
    The less I need the more I get
    Make me chaste but not just yet
    It's a promise or a lie I'll repent before I die

     

    Zweitens: Robbie Williams, Make me pure (2005)

     

    Text siehe: https://www.songtexte.com/songtext/robbie-williams/make-me-pure-13d6a579.html

    https://www.youtube.com/watch?v=YYFLzpbfZds

     

    Drittens: A rap about the Confessions of St. Augustine. Written and performed by Christ "MCG" Gehrz with some help from puppets.

     

    Text siehe: http://grkndeacon.blogspot.com/2009_05_24_archive.html?m=1

    https://youtu.be/N-AVpFBYMy0

     

    Es gibt mindestens zwei Filme, die über das Leben Augustins gedreht wurden. Einer ist Roberto Rosselinis Agostino d’Ippona (Rom 1972). Bei dem anderen handelt es sich um einen Film, der für das Fernsehen produziert wurde, nämlich: Sant’ Agostino (Augustinus: Der Untergang des Römischen Reiches, im Folgenden SA), veröffentlicht von Lux Vide Films, unter der Regie von Christian DuGuay, Erstausstrahlung 2010. Einleitend stellt SA die Geschichte Augustins vor dem Hintergrund des Falls von Hippo dar, einer bedeutenden Hafenstadt im späten Römischen Reich, im Jahre 430. Als Bischof einer Stadt am Rande des Ruins figuriert der alte Augustinus in der Rolle eines Anwaltes für Frieden und gewaltlosen Ausgleich mit den ‘Barbaren’, die am Stadtrand lagern. Die fromme Darstellung von Augustinus dem Bischof wird unterbrochen durch Rückblenden in sein jüngeres und alles andere als frommes Leben und folgt lose dem zeitlichen Ablauf der Ereignisse nach der Darstellung in den Bekenntnissen. Bei verschiedenen Gelegenheiten bedient der Film sich eines moralischen und psychologischen Zugangs und stellt Augustins inneren Kampf dar.

     

    v. Überraschung II: Radikale Rezeption

     

    Radikale Dekontextualisierung Augustins kann extreme Formen annehmen. Ein frappierendes Beispiel ist Pierre Gassendi, ein französischer Mathematiker aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Bisweilen wird Gassendi so weit gehen und Augustinus missdeuten, indem er behauptet, Augustinus unterstütze eine von Gassendi vertretene Position, während Augustinus dies in Wirklichkeit nicht tut. Zum Beispiel ist, in Übereinstimmung mit dem antiken Epikureismus, Gassendis Verständnis des leeren Raumes verbunden mit seinem Verständnis, dass multiple Welten existieren können. Um dies mit der zeitgenössischen katholischen Lehre versöhnen zu können, bezog Gassendi sich auf Augustins Gottesstaat 11.4 und behauptete, dass Augustinus dort offen sei für die epikureische Vorstellung von multiplen Welten, da Gott in seiner Vorsehung nicht daran gebunden sei, lediglich eine einzige Welt zu erschaffen. Gassendi implizierte, dass Augustinus die Möglichkeit multipler Welten akzeptiert habe, solange man nur anerkenne, dass diese von Gott geschaffen seien. Tatsächlich aber führt Augustinus das epikureische Argument in Gottesstaat 11.4 nur an, um es als absurd zu verwerfen.

     

    vi. Autorität als anthropologischer Schlüssel

     

    Ein Problem, das sich stellt, wenn man sich mit dem enormen Einfluss Augustins durch die Jahrhunderte befasst, ist natürlich die Frage, warum Menschen es überhaupt für nötig halten, Bezug auf Augustinus zu nehmen, bzw. warum spätere Autoren überhaupt Wert darauf legen, Fremdzeugen wie Augustinus zu zitieren. Selbst wenn man zugibt, dass vieles hier Konstruktion, Betrug, Manipulation und sogar Fehlinformation ist, bleibt doch das entscheidende Rätsel, warum Menschen nicht einfach sagen, was sie selber denken, dies vielleicht mit einigen ‘rationalen’ Argumenten unterfüttern, und es dabei belassen? Warum finden wir in praktisch der gesamten westlichen Denktradition dieses fundamentale Verhaltensmuster, dass man sozusagen mit Stimmen aus der Vergangenheit spricht? Die Antwort, die ich vorschlagen möchte, ist das menschliche Grundbedürfnis nach Autorität, d.h. nach einer ergänzenden Dimension, die einen vertretenen Standpunkt ‘augmentisiert’ und ihm dazu verhilft, die Oberhand zu gewinnen [6]. Auf Grundlage der Befunde des OGHRA können folgende Facetten beim Einsatz von Augustinus als Autorität herausgearbeitet werden:

     

    1. Augustinus kann als eine Beweisautorität dienen, um die Gültigkeit, die Zeitlosigkeit und die Glaubwürdigkeit einer späteren Meinung zu bekräftigen;
    2. Augustins seit langem etablierte Autorität kann einer neuen Idee die Aura der Vertrauenswürdigkeit verleihen;
    3. Augustinus als eine Autorität kann Gruppen spalten, aber auch unterschiedliche Gruppierungen vereinen oder sogar überschreiten (z.B. gibt es einen ‘katholischen’, einen ‘protestantischen’ und einen ‘ökumenischen’ Augustinus);
    4. Die Texte Augustins können als Schild oder Puffer genutzt werden, weil eine Erfahrung zu schmerzhaft, zu problematisch oder zu riskant ist, um direkt benannt zu werden;
    5. Augustinus kann als eine Art ‘Gesprächspartner’ dienen, der Räume für Gedankenexperimente öffnet;
    6. Augustins Schriften können als ‘Steinbruch’ dienen und aus ihnen entnommene Textpassagen außerhalb ihres ursprünglichen Kontextes in Anthologien unter neuen Gesichtspunkten resystematisiert werden; sein Denken wird damit neu formiert und kann solchermaßen ‘umkontextualisiert’ als Basis für die Konstruktion neuer Ideen dienen.

     

    Kurz gesagt handelt die Geschichte der Rezeption (nicht nur) Augustins ebenso von der Kontrolle der Vergangenheit wie vom Versuch, die Gegenwart zu kontrollieren. Die Rückkehr zu einer Tradition ist nicht nur möglich, um ‘reaktionär’, sondern auch um ahistorisch oder progressiv zu sein.

     

    vii. Neu im 20. und 21. Jahrhundert: Die “Säkularisierung” von Augustins Denken

     

    Eine neue Tendenz, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend verbreitet hat und weiter fortsetzt, ist eine Form der Rezeption, die Augustins reiche und vielfältige Gedanken als Inspiration nutzt, um aus ihm gewonnene Ideen in einem neuen Kontext anzuwenden, ohne jedoch die metaphysischen und theologischen Dimensionen zu übernehmen, die natürlich durchgehend einen integralen Bestandteil von Augustins Denken bilden. Man könnte hier mit Vorsicht von einer Säkularisierung von Augustins Vermächtnis sprechen, d.h. einem Vorgehen, welches sein Erbe (oder Teile davon) dahingehend verändert oder umgestaltet, dass es sich nicht länger unter der Kontrolle oder dem Einfluss der Religion befindet oder notwendigerweise von der Existenz einer transzendenten Welt und einem (christlichen) Gott abhängig ist. Natürlich ist das ein Phänomen, welches für die letzten Jahrzehnte im Allgemeinen typisch ist und auch in den Sphären von Kunst, Bildung, Moral und Gesellschaft insgesamt zu beobachten ist [7]. Wir werden uns jetzt kurz einigen Beispielen zuwenden, die dieses Muster von Rezeption in einer Welt außerhalb von Kirche und Theologie (in engerem Sinne) demonstrieren; sie umfassen politische Theorie, Literatur, Philosophie und Psychotherapie.

     

    Unser erstes Beispiel stellt Jean Behtke Elshtain (1914-2013) dar, ehemals Professor of Divinity und politische Theoretikerin an der Chicago University. Besonders in ihrem Buch Augustine and the Limits of Politics (Notre Dame, 1995) stützt sie sich stark auf direkte Augustinzitate und Verweise auf Werke Augustins, besonders den Gottesstaat, die Bekenntnisse und Die Dreieinigkeit. Die Zitate dienen als Belege für Elshtains Reflexionen über das Problem des Bösen, die Natur des Selbst, die Beziehung zwischen dem Selbst und den Anderen, und die Wichtigkeit der Nächstenliebe. Elshtain kommt in ihrem Epilog zu dem Schluss, daß Augustinus uns das große Geschenk macht, auf eine alternative Weise zu denken und in der Welt zu sein, eine Weise, die in vielen entscheidenden Punkten für jene zugänglich ist, die lehrmäßig nicht Augustins Brüder und Schwestern sind.

     

    Dies lässt sich ebenfalls anhand unseres zweiten Beispiels aufzeigen, nämlich der Rezeption Augustins in Jostein Gaarders Vita Brevis: A Letter to St Augustine. A Love Story (Original norwegisch, 1996) [8]. Jostein Gaarder (geb. 1952), ein früherer Philosophielehrer, erlangte weltweiten Ruhm durch seinen Roman Sophie’s World. A Novel about the History of Philosophy (Original norwegisch, 1991) [9]. Gaarders Roman über Augustinus, inspiriert von Peter Browns Buch The Body and Society (1988) [10], erzählt, wie auf einem argentinischen Flohmarkt eine alte lateinische Handschrift auftaucht, die sich als ein Brief an Augustinus erweist, geschrieben von der Frau, die er um der Keuschheit willen nach seiner Bekehrung zum Christentum verlassen hat. Aus den historischen Quellen kennen wir ihren Namen nicht, aber Gaarder nennt sie Floria: hoch gebildet, leidenschaftlich und einfühlsam, liefert sie einen sehr persönlichen Kommentar zu den Bekenntnissen. Eines ihrer zentralen Anliegen ist Augustins Verständnis von Liebe. Floria legt Augustins problematische Annahme offen, dass das Leben ohne Frau und sein Seelenheil durch das Christentum untrennbar miteinander verbunden sind, und attackiert Augustins grobe Vereinfachung, dass der Zölibat identisch sei mit dem Verzicht auf Geschlechtsverkehr, anstatt auch der personalen und affektiven Seite einer heterosexuellen Beziehung Aufmerksamkeit zu schenken, um die es dabei ebenfalls geht. Floria interpretiert Augustins Verteidigung geschlechtlicher Askese als eine deformierte Ablehnung seiner Zuneigung und Liebe zu ihr, oder, in modernem psychologischen Sprachgebrauch, als Ersatzhandlung. Sie beschuldigt Augustinus, seine völlig subjektive Moralität auf einen absoluten, göttlichen Sockel zu stellen. Indem sie dies tut, ignoriert sie jedoch Augustins Konzeption einer göttlichen Liebe, welche der ermöglichende Grund menschlicher Liebe ist und gleichzeitig menschliches Verstehen übersteigt, dabei aber doch fundamental relevant ist für menschliches Wohlergehen.

     

    Jacques Derridas (1930-2004) Augustinrezeption, speziell der Bekenntnisse (Confessiones), ist besonders prominent in seinem bekannten Werk Circumfession und geht bereits aus dessen Titel hervor, der ein Wortspiel mit den Confessiones und mit Beschneidung (circumcision) bildet (eine Anspielung auf Derridas Judentum). Auf Grundlage der Confessiones artikuliert Derrida in seiner Circumfession ein gewandeltes Verständnis von Subjektivität als Gegenbegriff zu Objektivität hin zu einer Subjektivität, die existentiell konzipiert wird als die Innerlichkeit eines Lebens. Eine solche Rekonzeptionalisierung ist auch verbunden mit einem Wechsel von der philosophischen Suche nach transzendenten und/oder transzendentalen Grundlagen. Für Derrida steht die Rekonzeptionalisierung von Subjektivität als Innerlichkeit in enger Verbindung mit der Abwendung von einem philosophischen ‘Gott’, dessen Erfassung doch nur in die intellektuelle Aporie führt, hin zu einem personalen ‘Gott’, mit dem man einen inneren Dialog führen kann. Der Versuch, die Lücke zu füllen, die durch den Wechsel vom gedachten zum personalen ‘Gott’ geblieben ist, stimuliert das philosophische Interesse am Eschatologischen, welches für Derrida die Hoffnung auf eine ‘absolute Zukunft’ des ethischen Fortschritts für alle diejenigen darstellt, die Opfer sozialer Ungerechtigkeit sind. Für Derrida ist Eschatologie damit mehr eine ethische als eine kognitive oder metaphysische Kategorie. Wo Augustinus sich auf einen allwissenden Gott beruft, um seine Behauptungen zu untermauern, weist Derrida allein seinen Lesern die Macht zu, die Wahrheitseffekte seiner Texte zu bestimmen.

     

    Carl Gustav Jung (1875-1961) stellt mehrfach fest, dass er seinen berühmten Begriff der ‘Archetypen’ von Augustins ideae principales entlehnt habe, mit Verweis auf De diversis quaestionibus 46.2. Allerdings sind Augustins ideae die ewigen, unwandelbaren und ungeschaffenen Muster, die im Geist Gottes enthalten sind und nach denen alle Dinge geschaffen und bemessen sind. Jungs Archetypen hingegen sind Muster des menschlichen Geistes, die kulturelle Erzeugnisse hervorbringen (Wertvorstellungen, Bilder, Verhalten, Kunstwerke). Sie überschreiten nach Jung den individuellen menschlichen Geist durch ihre Universalität, aber sie existieren nicht außerhalb des menschlichen Geistes und sind daher zeitlich bestimmt. Kurz gesagt sind die Archetypen völlig von der menschlichen Psyche abhängig, während Augustins ideae genau das Gegenteil sind.

     

    Was steht auf dem Spiel, wenn ein solches Rezeptionsmuster auftritt?

     

    Es ist auffällig, dass alle diese Rekonzeptionalisierungen von Aspekten des Denkens Augustins Gott ausklammern und sich dagegen auf den Menschen selbst zurückbeziehen, entweder als das eigene Ich oder den Mitmenschen: nämlich in der Form politisch Handelnder (Elshtain) oder als der ultimative Fokus auf mehr oder weniger erfolgreiche Liebesbeziehungen zu einem Mitmenschen (Gaarder), den Mitmenschen als den ultimativen Ort der Bestimmung von Wahrheitseffekten (Derrida), sowie die menschliche Psyche oder das menschliche Unbewusste bzw. den Psychotherapeuten (Jung). Diese Dichotomie zwischen dem Selbst und dem Anderen verankert Menschen in einem exklusiv humanozentrischem Universum, in dem Handlungen, Werte, Erfolge und Scheitern gänzlich von der Qualität der menschlichen Akteure abhängen. Menschen sind allein gelassen in einem Universum, in welchem sie auf sich selbst als letzten Bezugspunkt zurückfallen müssen. Hier kommt einem ein Augustinus-Zitat aus dem Gottesstaat 15.7 in den Sinn: “Es ist die Besonderheit des Säkularismus (terrenae proprium civitatis), Gott oder Götter zu verehren, um mit deren Hilfe siegreich und in zeitlichem Frieden zu herrschen, nicht beseelt von der Liebe eines weisen Ratschlusses, sondern von der Herrschsucht. Denn die guten Menschen gebrauchen diese Welt, um Gott zu genießen, während die bösen Menschen Gott gebrauchen, um diese Welt zu genießen.” Jedoch um genau zu sein: eine säkularisierende Rezeption instrumentalisiert Gott nicht für säkulare Absichten, gebraucht aber Gedanken, die ursprünglich in einem theologischen Kontext entwickelt wurden, für einen säkularen Kontext und streicht den göttlichen Bezugsrahmen. Dieses zeitgenössische Phänomen verdient weitere wissenschaftliche Aufmerksamkeit.

     

    Prof. Dr. Karla Pollmann deutet das Augustinus-Gemälde von Roberto de SantisProf. Dr. Karla Pollmann deutet das Augustinus-Gemälde von Roberto de Santis. – Foto: ZAF

     

    IV. Schluss

     

    Das Motto meiner Faculty of Arts an der Universität von Bristol lautet “Arts Matter” (“Die Geisteswissenschaften sind von Bedeutung”). Insofern war mir der vom heutigen Jubilar gewünschte Titel für diesen Festvortrag sehr willkommen: “Die Bedeutung Augustins für die abendländische Geistesgeschichte”. In meinem dem Thema nur unvollkommen gerecht werdenden Vortrag habe ich diese Bedeutung rückblickend durch die Jahrhunderte und durch verschiedene Medien hindurch beleuchtet. Aber ‘Bedeutung’ hat auch eine vorausschauende Richtung, in unserem Zusammenhang also das Vermächtnis Augustins für die Zukunft. Dieses wird sicherlich ebenso abenteuerliche Formen annehmen wie bisher. Lassen Sie mich zum Abschluss einen solchen Aspekt anhand einer Gemäldemeditation illustrieren. Der zeitgenössische italienische Künstler Roberto de Santis wurde von den Patres Agostiniani Scalzi der Provinz Ferrarese-Picena beauftragt, ein Gemälde anlässlich des 1600. Jahrestages der Bekehrung Augustins im Jahre 386 anzufertigen. De Santis erstellte mit Öl auf Leinwand ein Gemälde mit den Maßen 55 x 55 cm; es trägt den Titel Conversione di Sant’Agostino und befindet sich heute in Dauerausstellung in Fermo.

     

    Conversione di Sant'AgostinoConversione di Sant'Agostino. Roberto De Santis (1986). – Fermo, Convento della Madonna della Misericordia

    Das Gemälde ist in einer klaren und einfachen Weise strukturiert: Es ist ganz in Schwarz, ausgenommen genau ein Viertel seiner Fläche links unten, die weiß ist und ein Bisschen wie eine weißgetünchte Wand aussieht. Oberhalb, an der oberen rechten Ecke der Wand, die genau die Mitte des Gemäldes bildet, beugt sich der nackte Torso eines europäisch aussehenden Mannes nach Vorne, der einen schlanken und muskulösen Körper besitzt. Seine Hände klammern sich fest an die weiße Wand, sein Oberkörper lehnt sich angespannt nach vorn, sein kräftiger, sehniger Nacken ist vorwärts gestreckt. Der Hals stützt ein Gesicht im Profil, dessen zusammengekniffene Augen aufmerksam nach der rechten Seite des Gemäldes Ausschau halten, nach einem Punkt, der eindeutig über das im Gemälde Sichtbare hinausgeht. Licht scheint auf die weiße Wand und auf den Torso und das Gesicht des unverwandt Ausschau haltenden Mannes – die Verteilung von Schatten und Licht macht deutlich, dass das Licht aus der Richtung kommt, in die der Mann blickt, jedoch aus einer für die Betrachter des Gemäldes unsichtbaren Quelle, die sich daher außerhalb des Bildes befinden muss. Das Licht ist sehr stark, da der Mann die Stirn runzeln muss, um seine Augen vor zu viel Licht zu schützen, so dass seine Augen kaum sichtbar sind. Andererseits ist das Licht nicht so stark, dass er es gar nicht aushalten könnte und den Blick abwenden müsste.

     

    Die gespannte Haltung des ganzen Körpers, soweit er sichtbar ist, in Kombination mit dem vorgestreckten Kopf und den aufmerksam auf einen unsichtbaren Horizont gerichteten Augen zeigen eine innere Haltung von höchster geistiger Konzentration an, die aufmerksam nach etwas sucht und etwas zu erkennen versucht, das weit weg ist, aber für höchst bedeutsam erachtet wird. Die abstrakte, mathematische Gestaltung des Bildes scheint anzuzeigen, dass dies die archetypische, nahezu formelhafte Grundsituation der dargestellten Person ist, möglicherweise stellvertretend für die Situation aller Menschen. Die Nacktheit des Körpers, welche den Menschen in seiner Urgestalt darstellt und insbesondere auf jeglichen Hinweis auf Augustins Position als Bischof verzichtet, trägt zu diesem zeitlosen, universalen Eindruck bei. Dies entspricht natürlich stark Augustins Selbstcharakterisierung in den Bekenntnissen als einer Person, die beständig auf der Suche nach der Wahrheit ist, etwas, was er und viele seiner Leser seit jeher als die Grundsituation aller Gläubigen erfahren haben. Darüber hinaus ist die Person auf dem Gemälde völlig allein, und es gibt keinen Hinweis darauf, dass es Menschen irgendwo in der Nähe geben könnte. Wenn wir diesen Mann somit als einen menschlichen Archetyp auffassen, dann ist die menschliche Person hier charakterisiert als ein Individuum, möglicherweise das Individuum schlechthin: völlig auf sich selbst gestellt, nicht unter der sichtbaren Autorität von jemand anderem, und vielleicht auch nicht besorgt um Autorität über andere. In gewisser Weise repräsentiert die Gestalt größte Autonomie, während sie zur selben Zeit darauf konzentriert ist, etwas außerhalb ihrer Reichweite zu erstreben, etwas, was möglicherweise kaum sichtbar für das betreffende Individuum und gar nicht sichtbar für die Betrachter ist. Demzufolge wird menschliche Autonomie definiert als etwas, das sich mit Notwendigkeit auf etwas außerhalb ihrer Reichweite beziehen muss. Dieses ‘etwas’ kann individuell ganz unterschiedlich bestimmt werden: zum Beispiel als die eigene Wahrheit des Einzelnen, als sein letztes Ziel, als universales Verstehen oder persönliche Erlösung. Das Bildmedium reflektiert dies in einem mis-en-abîme, da die Situation des Malers und des Betrachters exakt dieselbe ist, im Ringen von beiden mit der eingeschriebenen Begrenztheit des Bild-Mediums, welches notwendigerweise immer auf etwas deutet, das es nicht ganz darstellen kann.

     

    Wenn wir Roberto de Santis’ Augustinus-Portrait als eine Folie gebrauchen, vor der wir Augustins Vermächtnis ergründen wollen, könnte man sagen, dass in einem Muster von säkularisierter Rezeption die Dimension außerhalb des Bildes verloren ginge oder zumindest sehr eingeschränkt würde. Die Quelle des Lichtes müsste von innerhalb des Gemäldes oder (weniger wahrscheinlich?) vom Betrachter kommen, und der Mensch müsste konzentriert seinen Blick richten – auf einen Mitmenschen oder vielleicht in einen Spiegel? Wenngleich als Rezeptionsphänomen möglich, steht dies der eigentlichen ultimativen Intention von Augustins Gedankenwelt radikal entgegen. Selbige hat der Jubilar sehr schön in dem für diese Veranstaltung gewählten Zitat aus Augustins Bekenntnissen gefasst: eine an Gott gerichtete Bitte um den “Frieden ohne Abend”, den nur Gott uns geben kann. Diesen Frieden wünsche ich Ihnen, hochverehrter Herr Mayer, von Herzen, und ebenso uns allen.

     

    Der Jubilar und seine EhrengästeDer Jubilar Prof. Dr. Cornelius Petrus Mayer OSA (2.v.r.) mit dem Würzburger Bischof Dr. Franz Jung, Festrednerin Prof. Dr. Karla Pollmann und Bürgermeister Dr. Adolf Bauer. – Foto: ZAF

     

    Anmerkungen

     

    [1] Siehe K. Pollmann et al. (Ed.), The Oxford Guide to the Historical Reception of Augustine, 3 Bde. (Oxford 2013), abgekürzt OGHRA.

    [2] Vgl. zu analogen Versuchen zur Erklärung, warum Augustinus seinen speziellen Begriff von Gnade und Prädestination entwickelte, Kenneth M. Wilson, Augustine’s Conversion from Traditional Free Choice to “non-free Free Will”: A Comprehensive Methodology, Tübingen 2018, 281f. Solche Versuche sind niemals gänzlich befriedigend, da sie das Risiko einer petitio principii enthalten.

    [3] Augustinus wird jetzt Teil eines supra-institutionellen Kanons der Weltliteratur; man wird sehen, inwieweit diese Entwicklung obiges Bild ändern kann.

    [4] Mündliche Auskunft an mich von Winfried Böhm am 29. März 2019 in Würzburg beim Apero nach meinem Vortrag: Der Grund dafür ist, dass er und der Komponist sich nicht einigen konnten, ob Augustinus ein Tenor oder ein Bass-Bariton sein sollte, und so entschieden sie als Kompromiss, ihn gar nicht vorkommen zu lassen. Habent sua fata et operae

    [5] Nicht im Film.

    [6] Vgl. Ineke Sluiters monumentales interdisziplinäres Projekt “Anchoring Innovation”, betreffend besonders meinen Punkt 2 oben.

    [7] Ein Gegengewicht dazu bilden verschiedene Formen von religiösem Fundamentalismus, ein bemerkenswerter Mechanismus, den zu untersuchen ich hier nicht den Raum habe.

    [8] Deutsche Ausgabe: Das Leben ist kurz. Vita brevis, München 1997.

    [9] Deutsche Ausgabe: Sofies Welt. Roman über die Geschichte der Philosophie, München 1995.

    [10] Deutsche Ausgabe: Die Keuschheit der Engel. Sexuelle Entsagung, Askese und Körperlichkeit am Anfang des Christentums, München 1991.

     

  • Download: pdfDankesrede Prof. Dr. Cornelius Petrus Mayer OSA (PDF)

     

    Dankesrede bei der Akademischen Feier am 30. März 2019

     

    Von P. Prof. Dr. Dr. h.c. Cornelius Petrus Mayer OSA

     

    Prof. Dr. Cornelius Petrus Mayer OSADer Jubilar Prof. Dr. Dr. h.c. Cornelius Petrus Mayer bei seiner Dankesrede. – Foto: ZAF

     

    Exzellenzen,
    liebe Kolleginnen und Kollegen,
    sehr geehrte Damen und Herren,

     

    ein Klassenkamerad, der mir zur Vollendung des 9. Jahrzehnts meines Lebens schrieb, bemerkte im Blick auf das Augustinus-Lexikon, ich hätte ein Werk geschaffen, von dem ich mit Horaz sagen könne: Exegi monumentum aere perennius regalique situ pyramidum altius ... / Ein Denkmal führt’ ich auf, dauerhafter als Erz, über Königspalast und Pyramide erhöht ... (Carmina 3,3). Indes, unser Denkmal ist noch nicht fertig, daran wird noch gebaut, aber die Fundamente sind gelegt. Darüber will ich in gebotener Kürze reden.

     

    Wir schrieben das Jahr 1975: P. Adolar Zumkeller, namhafter Ordenshistoriker, feierte seinen 60. Geburtstag. Für seine Festschrift Scientia Augustiniana, die ich mit P. Willigis Eckermann herausgab, verfasste ich den Beitrag Taufe und Erwählung in Augustins Schrift De baptismo. Darin geht es vorzüglich um die Gnade, um ein viel und häufig erörtertes Thema im Gesamtwerk Augustins. ‹Schade›, dachte ich, ‹schade, dass es darüber keine Darstellung in lexikalische Kürze gibt›. Dies war zugleich der Impetus für das Augustinus-Lexikon.

     

    Mein Antrag an die Deutsche Forschungsgemeinschaft wurde nicht abgelehnt. Im gleichen Jahr fand in Oxford ein Patristischer Kongress statt. Dort gelang es mir, Erich Feldmann, Wilhelm Geerlings, Goulven Madec, Gerard O’Daly und Otto Wermelinger für das Herausgebergremium des geplanten Lexikons zu gewinnen. Nach Erfüllung der Voraussetzungen für das Projekt gab die DFG 1978 grünes Licht. Als Langzeitprojekt betreut das Augustinus-Lexikon seit 1990 die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Die verlegerische Betreuung liegt beim renommierten Verlag Schwabe in Basel, dessen editorische Tradition bis in die Anfänge der Buchdruckerkunst reicht und der bereits 1506 die erste Augustinus-Gesamtausgabe herausgebracht hatte. Nicht zu vergessen ist schließlich in diesem Zusammenhang die Deutsche Augustinerordensprovinz, die nicht nur die benötigten Räume und ihre Fachbibliothek zur Verfügung stellt, sondern nahezu die gesamte Infrastruktur des Projektes finanziert.

     

    Da die DFG statt meinem Antrag auf zwei Redaktoren des Lexikons nur einen genehmigte, riet einer der Mitherausgeber zur Gründung eines Fördervereins, der bereits 1979 unter Reinhold Vöth, dem damaligen Intendanten des BR zustande kam. Wir gaben dem Verein den Namen Freunde des Augustinus-Lexikons. Dr. Adolf Bauer, Finanzdirektor der Diözese Würzburg, plädierte 1986 für eine Umstrukturierung und auch Umbenennung dieses Fördervereins in Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung. Nach dem plötzlichen Tod von Reinhold Vöth im Jahr 1997 übernahm Dr. Thomas Goppel, Staatssekretär für Wissenschaft und Kunst, den Vorsitz der Gesellschaft. Die Anzahl der Mitglieder wuchs in den folgenden Jahren auf 250-300 an. Ich erwähne die Gesellschaft deshalb so ausführlich, weil wir mit ihrer Hilfe von der dringend benötigten zweiten akademischen Stelle wenigstens eine halbe zusätzlich finanzieren konnten. Zur Spitze der Förderer der Gesellschaft zählte und zählt immer noch die Diözese Würzburg.

     

    Gerade zur rechten Zeit erhielt ich im Jahr 1979 einen Ruf auf eine C4-Professur in Gießen – zur rechten Zeit deshalb, weil wir uns im Herausgebergremium nach Vergabe der Lexikonartikel an Autoren gezwungen sahen, Augustins Schriften zu digitalisieren, was damals noch ein absolutes Novum war, viel Zeit und deshalb auch eine halbe Million DM kostete. Ein erneuter Antrag an die Deutsche Forschungsgemeinschaft wurde nur unter der Bedingung genehmigt, dass wir binnen zweier Jahre mit der Digitalisierung fertig zu sein hätten. Wir schafften es, dank der Hilfe des Rechenzentrums sowie der von der Universität zur Verfügung gestellten Fach- und Hilfskräfte. Zum Dank für diese Hilfe der Universität nannte ich den digitalen Text Corpus Augustinianum Gissense. Nach dessen Fertigstellung trafen Tag für Tag aus aller Welt Anfragen nach Angaben in Augustins Schriften ein. Wir waren häufig in der Presse und selbst im Fernsehen. Das Projekt des Augustinus-Lexikons wurde in der Fachwelt zu einem Begriff.

     

    Am Anfang des Jahrtausends gab es vorübergehend Differenzen mit der Provinzleitung des Ordens. Dr. Thomas Goppel, damals Generalsekretär der CSU und bald darauf Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, riet zu einer Anbindung des Lexikonprojektes an die Universität, was dank der bereits hohen Reputation des Lexikons auch gelang. Zur gleichen Zeit fasste ich weitere Projekte wie das schon erwähnte Corpus Augustinianum Gissense, ferner das Augustinus-Literatur-Portal und die Internet-Domain www.augustinus.de mit dem Lexikon unter dem Namen Zentrum für Augustinus-Forschung (ZAF) zusammen. Im Jahr 2005 wurde dann dieses Zentrum als gemeinnütziger Trägerverein mit Bürgermeister Dr. Adolf Bauer als Vorsitzendem institutionalisiert. Am 6. April 2006 schließlich erhielt das Zentrum für Augustinus-Forschung den offiziellen Status eines An-Instituts an der Universität Würzburg.

     

    Diese Anbindung des Zentrums an die Universität brachte freilich auch Verpflichtungen in Forschung und Lehre mit sich. So finden Jahr für Jahr in den WS-n gut besuchte Lektüreseminare über eine Schrift Augustins und in den SS-n Studientage mit geladenen Referenten statt, deren Referate in der Schriftenreihe Res et signa veröffentlich werden.

     

    Nun genug mit den Leistungen des Zentrums. Nach der Feier meines 80. Geburtstages zog ich mich peu à peu aus dessen Leitung zurück. Mit der Herausgabe des Augustinus-Lexikons darf ich auf ein Werk zurückblicken das mir viel Dank und Anerkennung in Fachkreisen einbrachte. Augustinus war nämlich eine Persönlichkeit, die mit ihren Schriften wie keine zweite das christliche Abendland geprägt hat. Als wir das Lexikon planten, überlegten wir, ob wir wirkungsgeschichtliche Aspekte mitaufnehmen sollten. Ich hatte das abgelehnt. Inzwischen hat die Referentin unseres Festvortrags, Frau Karla Pollmann, mit ihrem dreibändigen epochalen Werk The Oxford Guide to the Historical Reception of Augustine – ich darf sagen – dies mustergültig nachgeholt. Weil Augustins Wirkungsgeschichte – inklusive auch kritische Auseinandersetzungen mit ihr – so enorm ist, deshalb wünschte ich ‹seine Bedeutung für die abendländische Geistesgeschichte› zum Thema des Festvortrags.

     

    Wirkungsgeschichte, das suggeriert schon das Wort, hat es in der Geistesgeschichte immer auch mit einem Anfang und einer Interpretation schon dieses Anfangs zu tun. Das Augustinus-Lexikon liefert die Anfänge der zu interpretierenden rund 1200 Stichworte aus Augustins Werk, die insgesamt sein Denken prägten. Mein Plan war, wie ich Eingangs schon sagte, in lexikalischer Kürze die Themen seines Denkens in fünf stattlichen Bänden wiederzugeben. Ich vermute, dass es bisher kaum einen Geisteswissenschaftler gab, dem ein solch umfassendes Lexikon gewidmet wurde. Schon zu meiner Zeit in der Projektleitung zählten wir über zweihundert zum Teil mehrere Seiten umfassende Rezensionen. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. erwähnte des Öfteren in Briefen, wie gern und wie häufig er sich im Augustinus-Lexikon informiere.

     

    Die gegenwärtigen Herausgeber unter der Leitung von Christof Müller sowie unter der Redaktion von Andreas Grote sowie der Mithilfe von Guntram Förster arbeiten bereits am fünften Band des Augustinus-Lexikons. Wenn dieses in absehbarer Zukunft fertig sein wird, werden auch sie mit Horaz sagen können: Exegi monumentum aere perennius, regalique situ pyramidum altius ... .

     

    Vielen Dank, verehrte Gäste, für Ihr Kommen zur Feier meines 90. Geburtstages – speziellen Dank auch an Frau Christl Scheler und an alle, die mit ihr zur Organisation dieser Feier beigetragen haben.

     

    Prof. Dr. Cornelius Petrus Mayer OSADer Jubilar nach seiner Dankesrede. – Foto: ZAF

 

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