ZENTRUM FÜR AUGUSTINUS-FORSCHUNG

AN DER JULIUS-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT WÜRZBURG

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Fecisti nos ad te, domine, et inquietum est cor nostrum donec requiescat in te.

Confessiones 1,1

Geschaffen hast du uns auf dich hin, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.

Bekenntnisse 1,1

Dieser Artikel ist im Augustinus-Lexikon in dessen 4. Band, Faszikel 3/4 (2014) auf den Spalten 495-500 erschienen.

  • Francia Augustinus neben dem Kreuz wmc 623x237px

    Der hl. Augustinus neben dem gekreuzigten Christus. Detail aus dem Gemälde von Francesco Raibollini, gen. Francia, Vision des hl. Augustinus (um 1508). Pinacoteca Nazionale di Bologna. Bildquelle: wikimedia commons


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1. Zum theologischen Stellenwert der p. d. bei A. – 2. Liturgische Anamnese der p. d. bei A. – 3. Typologische Präfigurationen der p. d. – 4. Christologische, soteriologische und ekklesiologische Bedeutung der p. d.

1. Zum theologischen Stellenwert der p. d. bei A. – Insofern die p. d. einen Aspekt des ↗‹pascha domini› bildet, kommt ihr so wie diesem sakramentaler Charakter (↗Sacramentum) zu [1]. In ihrem unlösbaren Konnex mit Christi ↗‹resurrectio› [2] gehört die Kreuzes- (↗Crux) und Leidenstheologie zum Wesenskern des Christlichen und zu denjenigen Heilsmysterien, die liturgisch mit universalkirchlicher Verbindlichkeit ‹anniuersaria sol(l)emnitate› zu begehen sind (cf. inq. Ian. 1,1). Die daraus resultierende kerygmatische Prävalenz spiegelt sich in der Verteilung der Belegstellen für ‹p. domini› (insgesamt ca. 110) und ‹p. dominica› (insgesamt ca. 30) wider, welche sich zu ca. drei Vierteln im homiletischen OEuvre A.s finden.

Anmerkungen

[1] Cf. inq. Ian. (= ep. 54.55) 2,2 sowie die parallele Darlegung in ep. 98,9; vom Sakrament des Herrenleidens spricht A. außerdem explizit in c. Faust. 12,23; f. et op. 15; en. Ps. 7,1; s. 231,2; s. Guelf. 2,1.
[2] Unter der Perspektive des ‹pascha domini› cf. neben s. 231,2 vor allem cat. rud. 41 und adu. Iud. 9 sowie all jene Passagen, in denen A. seine ‹Paschatransitus›-Theologie entwickelt; cf. unten 4.

2. Liturgische Anamnese der p. d. bei A. – Wiewohl sich das Gedächtnis des Herrenleidens in jeder (sonn)täglichen Eucharistie- und Tauffeier vollzieht, wird es einmal jährlich noch intensiver in Erinnerung gerufen und vergegenwärtigt [3]. Diese ‹sol(l)emnitas dominicae passionis›, zu der die ↗‹quadraginta dies› hinführen [4], wurde bei A. nicht mehr, wie frühchristlich, bloß im Rahmen der Ostervigil (↗Vigilia) begangen, sondern auch und vor allem am «dies ... dominicae passionis, quo crucifixus est» (s. 221,4) [5] selbst [6]. Darüber hinaus lassen Hinweise in ep. Io. tr. 2,2 und Io. eu. tr. 13,14 auf eine Leidensgedächtnisfeier bereits am Mittwoch der Hl. Woche schließen [7]. In deren Rahmen standen Lesung und Auslegung des prophetisch-christologisch gedeuteten Leidens-Psalms 21 im Mittelpunkt, wie sie uns aus en. Ps. 21,2 kenntlich werden; diese ‹enarratio› belegt in analog antidonatistischer Ausrichtung wie die Predigtreihe zu 1 Io [8] einerseits die Lesung von Ps 21 sowohl bei den Katholiken als auch bei den Donatisten, andererseits den großen Zustrom der Gläubigen zu dieser gottesdienstlichen Feier [9]. Höchstwahrscheinlich handelte es sich dabei um eine Eucharistiefeier, wenn denn aus en. Ps. 21,2,2 die Perikope von der Salbung in Betanien (Mt 26,6-13) zu Recht als Tagesevangelium erschlossen werden kann [10]. Demgegenüber bleibt die rituelle Gestaltung der am Freitag der Hl. Woche (Gn. litt. 4,11,21: ‹parasceue›) begangenen Liturgiefeier weitgehend im Dunkeln: Neben den erwähnten sermones wird uns einzig die Lesung der Passion nach Mt [11] sowie die abermalige Rezitation von Ps 21 [12] kenntlich. Von der problematischen antijüdischen Stoßrichtung in s. Guelf. 2,1 abgesehen, dominiert in A.s Karfreitagspredigten das Kerygma der heilbringenden Bedeutung des Leidens und Kreuzes Christi: Dieses dient den Gläubigen als ‹exemplum/doctrina patientiae› [13]; in ihm führt Christus seinen seit der ↗‹incarnatio› beschrittenen Weg der ‹humilitas› zur Vollendung [14]; das darin verborgene (scheinbare) Paradoxon – entfaltet anhand von 1 Cor 1,23-25 – gereicht den Christen vielmehr zur Freude und zum Ruhm (cf. Gal 6,14) angesichts der Tilgung der Sünden und der Anteilgabe am ewigen Leben (↗Vita aeterna) [15].

Anmerkungen

[3] Cf. s. Guelf. 2,1; s. 210,2: «at cum per totum annum ... non prohibeatur a baptismo ..., anniuersariam uero domini passionem, nonnisi certo anni die, quod pascha dicitur, liceat celebrari: baptismi sacramentum a pascha procul dubio distinguendum est. hoc enim omni die licet accipere: illud uno et certo anni die fas est agere». A.s Formulierung «quod» – nicht ‹qui›! – «pascha dicitur» (ib.) schränkt den Ansatz der jährlichen Feier des Herrenleidens indes nicht auf den davor genannten ‹dies paschalis solemnissimus› (Ostertag samt -vigil als Tauftag) ein, wie noch Frank 14-16 argumentierte; cf. Studer 277sq. und Margoni-Kögler 95-97. Dies unterstreichen s. Wilm. 9,2 sowie inq. Ian. 2,27: «adiuncta est etiam ipsorum dierum obseruatio per patrum concilia et orbi uniuerso christiano persuasum eo modo pascha celebrari oportere».
[4] Cf. besonders die Quadragesima-Eröffnungspredigten s. 210,1.4.6.8; 205,1; 208,2 («iam proximus dies dominicae passionis») sowie inq. Ian. 2,28.
[5] Hier entfaltet A. die Chronologie des heiligsten ↗«triduum crucifixi, sepulti, suscitati» (inq. Ian. 2,24) unter Zuordnung der dazwischenliegenden Nächte. Stringenterweise hebt er weniger den Trauer- als vielmehr den Wachecharakter des ersten Teils der Ostervigil hervor; cf. s. 221,1.4; s. Guelf. 4,2; 6.
[6] Dies bezeugen die drei zum Freitag der Hl. Woche erhaltenen Predigten s. 218 (cf. Mayer) und s. Guelf. 2.3. Zwei Fragmente (s. frg. Verbr. 26.28) sind eventuell ebenfalls am Karfreitag zu verorten.
[7] Cf. ep. Io. tr. 2,2: «quare oportebat pati Christum et resurgere? propter illum Psalmum, quem uobis maxime commendauimus, quarta sabbati, statione prima nouissimae hebdomadis» (zu unterschiedlichen Verständnisweisen dieser Zeitangabe cf. zusammenfassend Margoni-Kögler 97sq.); Io. eu. tr. 13,14: «qui Psalmus omni anno legitur nouissima hebdomada intento uniuerso populo, imminente passione Christi» (somit nicht am Karfreitag selbst).
[8] In ↗epistulam Iohannis ad Parthos tractatus decem, 2,1064sq.; In ↗Iohannis euangelium tractatus CXXIV, 3,705-711.719-721.
[9] Cf. en. Ps. 21,2,28: «ecce, Psalmus et hic legitur hodie, et ibi legitur hodie»; ib. 21,2,29: «hodie currunt omnes ad ecclesiam, hodie omnes intenti audiunt Psalmum, omnes suspenso corde audiunt». Umfassende Strukturanalyse samt Übersetzung und Kommentierung von en. Ps. 21,2 bei Wellmann 219-321; cf. ferner Aprile 153-266. Dieser Gottesdienst kann «wie eine Vorausnahme der passio, eine erste Einladung zur Trauer über den Tod des Herrn» begriffen werden (Studer 279; cf. en. Ps. 21,2,1).
[10] Cf. Margoni-Kögler 98sq.546sq.
[11] A.s einmaliger Versuch, einen anderen Evangelisten zu Wort kommen zu lassen, scheiterte am traditionsverhafteten Widerstand seiner Gemeinde (cf. s. 232,1.6).
[12] Cf. s. Guelf. 2,2: «ex hoc itaque praesenti Psalmo», gefolgt von Zitation von Ps 21,17.28sq.
[13] Cf. s. 218,1; s. Guelf. 3 (Incipit).
[14] Cf. s. 218,10.12; s. Guelf. 3; ↗ Humiliatio, humilitas.
[15] Cf. s. Guelf. 2,1sq. (Explicit); 3; s. 218,1.3. Aus dem Incipit von s. 218 geht nicht nur die Verlesung der Passion, sondern auch die rege Teilnahme an der Karfreitagsliturgie hervor.

3. Typologische Präfigurationen der p. d. – Nicht nur Ps 21 als der in fast allen Details prophetisch-typologisch auf die p. d. hin aktualisierte Schrifttext [16], sondern auch eine Reihe weiterer, großteils der vora. Deutungstradition entlehnter alttestamentlicher Typoi (↗Typus) dienen A. als ↗‹figura(e)› bzw. ‹prophetia(e)› (↗Prophetae, prophetia) der p. d. Dabei dominiert die (trotz Zurückweisung der ‹Pascha-passio›-Etymologie rezipierte) Deutung der Schlachtung des alttestamentlichen Paschalammes und dessen rettenden Blutes als Vorausbild des Opfertodes Christi und dessen lebensspendenden Blutes [17]. Auch die Schlachtung der roten Kuh (Nm 19,1-10) konnte als Typos des blutigen Leidens Christi im Fleisch interpretiert werden, wobei die p. d. die ‹distinctio duorum testamentorum› – zeitlich-fleischliche Güter dort, geistlich-ewige hier – offenlegt [18]. Dieser essentielle Unterschied wird häufiger am Beispiel des Dulders ↗Iob (cf. Iac 5,11) exemplifiziert [19], singulär ist hingegen die Deutung der Verstoßung und späteren Rückholung des Jiftach (Idc 11,1-11) auf die p. d. und (eschatologisch erhoffte) Zuwendung Israels zum auferstandenen Christus (cf. qu. 7,49,17-19.22). ↗Noe weist nicht nur durch seine hölzerne Arche auf das rettende Kreuz Christi voraus [20], sondern wird auch durch seine ihm im eigenen Haus widerfahrende Entblößung (Gn 9,20-27) zur ‹figura dominicae passionis› [21], insofern sie auf die Sterblichkeit des Fleisches des in seinem eigenen Volk leidenden Christus verweist [22]. Bereits neutestamentlich vorgeprägte Typologien greift A. auf, wenn er einerseits die von Mose in der Wüste als Rettungszeichen erhöhte eherne Schlange auf Christi Erhöhung am Kreuz (Nm 21,8sq.; Io 3,14) und den seither ehern fortbestehenden Glauben an das Herrenleiden bezieht [23], andererseits den wasserspendenden Felsen als Präfiguration Christi (Ex 17,6; 1 Cor 10,4) bzw. dessen lebensspendenden Leidens sieht [24] (↗Moyses, 4,108-110). Die einzige Passage aus den Evangelien, welche A. auf die p. d. hin deutet, ist die Erzählung von jenem einen (von vielen) Gelähmten, der nicht in den fünf Säulenhallen (sc. der Tora), sondern nur durch das demütige Eintauchen in das aufgewallte Wasser – Sinnbild des Glaubens an das aus Gnade gewirkte Herrenleiden, welches das jüdische Volk in Aufruhr brachte – Heilung fand (Io 5,1-9) [25].

Anmerkungen

[16] A. bezeichnet ihn daher mehrfach als ein ‹Quasi-Evangelium›; cf. en. Ps. 21,2,2 (cf. Apriles Titelzitat); 37,6; 84,3; 103,2,7; s. Dolbeau 13,4; 21,17; gr. t. nou. (= ep. 140) 39 bzw. ib. 14-49.59-61.65-73 Gesamtauslegung von Ps 21 (Fokus auf der p. d. und deren ‹fructus› vor allem gr. t. nou. 33-49) als ‹uox Christi› (cf. Drecoll 263-265). Cf. ferner (Fokus eher auf Ps 21,17-19.28sq.) f. inuis. 7; cath. fr. 51; ep. 76,1; Io. eu. tr. 35,7; en. Ps. 90,2,1; 113,1,4; 118,29,7 (nur Ps 21,12 zitiert); s. 22,1; s. Guelf. 2,1. – Freilich konnten auch andere Psalmen zur Gänze oder teilweise messianisch-christologisch auf die p. d. hin gelesen werden; z.B. en. Ps. 3,1; 10,12; 51,5; 56,1sq.; 58,1,2sq.; 68,1,1sq.7; 78,1; 87,1; 140,5; 142,2; cf. Aprile 67-80.
[17] Cf. c. Faust. 12,30; cat. rud. 34.41; trin. 2,26; cons. eu. 3,50; c. litt. Pet. 2,87; spir. et litt. 28; adu. Iud. 9; inq. Ian. 2,23; Io. eu. tr. 55,1; 120,3; s. 221,1; s. Mai 158,2; ↗Christus, 1,861-869.
[18] Qu. 4,33,1; cf. die breite Auslegung von Nm 19 in qu. 4,33, hier vor allem ib. 4,33,1-3.
[19] Cf. gr. t. nou. 26.34; symb. cat. 10; adn. Iob 2.36.
[20] Z.B. c. Faust. 12,14: «quod Noe cum suis per aquam et lignum liberatur: sicut familia Christi per baptismum crucis passione signatum»; cf. weiter Io. eu. tr. 9,11.
[21] Doctr. chr. 4,45 mit Zitat Cypr. epist. 62,2-4.
[22] Cf. c. Faust. 12,23 sowie ausführlicher ciu. 16,2. A.s Quelle war hier zumindest Cyprian (cf. [21]).
[23] Cf. exp. Gal. 22; c. Faust. 12,30; s. 6,7.
[24] C. Faust. 16,17; cf. Io. eu. tr. 26,12; 45,9; en. Ps. 113,1,12; s. 46,10; 352,3.
[25] En. Ps. 83,10; cf. ib. 70,1,19; 102,15; Io. eu. tr. 17,3; s. 124,3; 125,3.6; cf. Aumonier 50-52.

4. Christologische, soteriologische und ekklesiologische Bedeutung der p. d. – Die vielfältigen Theologumena der a. Leidens- und Kreuzestheologie wurzeln im Verständnis des hebräischen ‹pascha› als ↗‹transitus›, das von der falschen Übersetzung ‹passio› abzuheben A. nicht müde wird [26]. Dieser durch Io 13,1 biblisch fundierte ‹(Hin-)Übergang› Christi vom Tod zum Leben schließt freilich den an 1 Cor 5,7 orientierten Deutungsaspekt von ‹pascha› als ‹passio› nicht aus, sondern ein [27]: Christus als das wahre Paschalamm geht durch sein Leiden zum Vater hinüber und eröffnet den Christen dadurch den ‹transitus ad uitam aeternam› [28]. Die p. d. ist daher Ab- und Vorbild (‹exemplum patientiae›; cf. oben 2) der von Mühen geprägten Jetzt-Zeit, die es in Nachfolge des Herrenleidens zu bestehen gilt, um danach auch an Christi Auferstehung Anteil zu erlangen, welche die österlichen ↗‹quinquaginta dies› versinnbildlichen [29]. In sakramentaler Weise schenken die einmalige Taufe sowie die eucharistische Speise ‹communio› mit der p. d. [30], durch die Christus unser sterbliches Fleisch, das er in seiner Inkarnation angenommen hatte, opferte [31]. In diesem Akt vollendeter ‹humilitas› [32] schenkt die p. d. universale ↗‹redemptio› aus der Macht des Bösen, Tilgung der Sünde und Einheit von ‹caput et sponsus Christus› und dessen ‹corpus et sponsa ecclesia› [33]. Aus diesen soteriologischen Vorgaben resultiert die ekklesiologische Konsequenz der Leidensgemeinschaft mit Christus, welche die Märtyrer in exemplarischer Weise verwirklicht haben [34]. Sie ist ohne Aneignung der vorbildhaften ‹humilitas Christi› nicht möglich, wie A. meist anhand des Negativbeispiels der von Jesus zurechtgewiesenen Zebedäussöhne [35], aber auch an dem einen geheilten Gelähmten (Io 5,1-9; cf. oben 3) veranschaulicht, in dem sich die Universalität und Einheit der ↗‹ecclesia› Christi widerspiegelt. ↗‹Vnitas› und ↗‹caritas› als ihre Wesenselemente werden von den schismatischen ↗‹Donatistae› hingegen mißachtet, wie A. ihnen in en. Ps. 21,2 anhand der in einem Stück von oben durchgewebten Tunika Christi entgegenhält [36]. Ohne die Liebe gibt es keine Gemeinschaft an der p. d.: «si enim in te fuerit caritas dei, communicabis Christi passionibus et uerus eris martyr» (s. 169,15).

Anmerkungen

[26] Cf. speziell Mohrmann 211-213.216-222. Besonders illustrativ sind A.s Ausführungen in inq. Ian. 2,2; Io. eu. tr. 55,1; en. Ps. 68,1,2; 120,6; 140,25.
[27] A. gelingt es, «die beiden wichtigsten Überlieferungen zu einer geschlossenen Synthese zusammenzubringen» (Studer 285; cf. Mohrmann 218).
[28] Z.B. prägnant in c. litt. Pet. 2,87; inq. Ian. 2,2; en. Ps. 68,1,2.
[29] Z.B. c. Fel. 2,11; trin. 4,6; inq. Ian. 2,28; en. Ps. 148,1; s. 254,5; s. Guelf. 9,1.3: «quoniam sicut eius passio significauit nostram ueterem uitam, sic eius resurrectio sacramentum est nouae uitae».
[30] Cf. ep. Rm. inch. 19 (Taufe als ‹holocaustum dominicae passionis›); doctr. chr. 3,24; qu. eu. 2,38,5; 2,39,3; trin. 3,10; s. Dolbeau 9,5 («Christi mensa, plena gratia passionis dominicae »).
[31] En. Ps. 129,7: «sacerdos noster a nobis accepit quod pro nobis offerret. accepit enim a nobis carnem; in ipsa carne uictima factus est, holocaustum factus est, sacrificium factus est. in passione sacrificium factus est; in resurrectione innouauit illud quod occisum est»; ähnlich ib. 84,13; cf. auch ib. 148,8; ↗Sacrificium. Zum zentralen Theologumenon dieses ‹mirum/grande commercium› (s. 329,1; s. Guelf. 3; cf. ferner s. 80,5; 213,4; s. Denis 5,5; s. Dolbeau 21,17) cf. Aumonier 53-64.
[32] Dazu prägnant Io. eu. tr. 28,5 (in Anklang an Mt 20,22); 51,9; 104,3; 119,4; en. Ps. 8,11; 109,11. Für weitere Belegstellen und Explikation cf. Aumonier 36-42.
[33] Cf. Aumonier 64-105. Knapp in en. Ps. 61,22; cf. s. 51,11; en. Ps. 62,13; Io. eu. tr. 55,7.
[34] Z.B. en. Ps. 37,16: «si caput noluit se separare a uocibus corporis, corpus se audeat separare a passionibus capitis?»; cf. weiter ib. 40,8; 61,4; 62,2; 87,1; 102,4; s. 304,2sq.; 317,6; 328; ↗Martyres, martyrium, ↗Passiones martyrum.
[35] Cf. en. Ps. 126,4; s. 160,5; s. Lambot 24,6-8.
[36] Cf. besonders ib. 21,2,19; cf. Io. eu. tr. 118,4; ep. 76,1. Zur antidonatistisch ausgerichteten Ekklesiologie in en. Ps. 21,2,19.24-31 cf. Wellmann 289sq.297-312.

Bibliographie. B. Aprile, «Passio Christi tam evidenter quasi evangelium recitatur». La Passione di Cristo sulla croce: Studio sul commento II, al salmo 21 di Agostino d’Ippona, Roma 2007. – E. Aumonier, La passion du Christ dans la prédication de saint Augustin, Exc. Diss. Roma 1983. – C. Basevi, Los textos de la Sagrada Escritura sobre la pasión de Cristo en la exégesis arriana y agustiniana: Cristo, hijo de dios y redentor del hombre (ed. por L.F. Mateo-Seco et al.), Pamplona 1982, 359-385. – V.H. Drecoll ,Gratia testamenti noui (De –) (= ep. 140): AL 3 (2004-2010) 262-270. – R. Etaix, Le sermon 218 de saint Augustin. Edition complétée et authenticité: Aug 34 (1994) 359-375. – G. Ferraro, L’interpretazione di sant’Agostino della passione di Cristo nel commento al quarto Vangelo. Saggio di dottrina e di esegesi agostiniana: La sapienza della Croce oggi, Torino 1976, 189-200. – H. Frank, Die Paschavigil als Ende der Quadragesima und ihr Festinhalt bei Augustinus: ALW 9 (1965) 1-27. – M. Margoni-Kögler, Die Perikopen im Gottesdienst bei Augustinus. Ein Beitrag zur Erforschung der liturgischen Schriftlesung in der frühen Kirche, Wien 2010. – C. Mayer, Eine Karfreitagspredigt Augustins:HoLiKo 77 (2003/2004) 50-57. – C. Mohrmann, Pascha, Passio, Transitus: Etudes sur le latin des chrétiens 1, Roma 21961, 205-222 (EL 66 (1952) 37-52). – W. Roetzer, Des heiligen Augustinus Schriften als liturgie-geschichtliche Quelle, München 1930. – B. Studer, Zum Triduum Sacrum bei Augustinus von Hippo: La celebrazione del triduo pasquale: Anamnesis e mimesis (a cura di I. Scicolone), Roma 1990, 273-286. – B. Wellmann, Von David, Königin Ester und Christus. Psalm 22 im Midrasch Tehillim und bei Augustinus, Freiburg 2007.

Michael Margoni-Kögler

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